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OPCW: Skripal mit Nowitschok vergiftet - Berlin: Moskau soll aufklären

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OPCW: Skripal mit Nowitschok vergiftet - Berlin: Moskau soll aufklären

OPCW: Skripal mit Nowitschok vergiftet - Berlin:  Moskau soll aufklären
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Die deutsche Bundesregierung hat Moskau aufgefordert, endlich bei der Aufklärung des Giftanschlags auf den ehemaligen Agenten Sergej Skripal und seine Tochter in Großbritannien mitzuarbeiten. Knapp sechs Wochen nach dem Attentat auf den früheren russischen Doppelspion Sergej Skripal und seine Tochter Julia hatten unabhängige Experten Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) den von Großbritannien vermuteten Einsatz des Nervengiftes Nowitschok bestätigt, aber keine Hinweise auf die Täter oder Drahtzieher geliefert.

Der britische Außenminister Boris Johnson sagte, der OPCW-Bericht stütze seine Schlussfolgerung, dass Russland für den Anschlag verantwortlich sei. „Nur Russland hat die Mittel, ein Motiv und die Erfahrung». Für kommenden Mittwoch habe man zu einer Sitzung des OPCW-Exekutivrats aufgerufen, um die nächsten Schritte zu besprechen.

Die russische Regierung wies die Verdächtigungen erneut zurück. Russland hatte vergeblich gefordert, an der Untersuchung des Anschlags beteiligt zu werden. Russland habe keine anderen Kampfstoffe besessen als jene, die der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) gemeldet worden seien, sagte der stellvertretende Industrieminister Georgi Kalamanow
in Moskau. Sie seien alle bis 2017 unter Aufsicht der OPCW vernichtet worden, bekräftigte er.

Der Skripal-Fall hatte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen Russland und dem Westen geführt. Dutzende Diplomaten wurden wechselseitig ausgewiesen.

Skripal und seine Tochter waren vor knapp sechs Wochen bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury gefunden worden. Julia Skripal war kürzlich aus dem Krankenhaus entlassen worden und befindet sich nach eigenen Angaben an einem sicheren Ort. Ihr Vater wird weiter in der Klinik behandelt. Er ist seiner Tochter zufolge ernsthaft krank. Auch sie selbst leide noch unter den Folgen der schweren Vergiftung.

Skripal hatte früher für den russischen Militärgeheimdienst GRU gearbeitet und dem britischen MI6 Informationen weitergeleitet. 2004 flog er auf. Er wurde in Russland zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Über einem Gefangenenaustausch kam er 2010 nach Großbritannien.

su mit dpa