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WTO: Welthandel boomt weiter - aber nur ohne Handelskrieg

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WTO: Welthandel boomt weiter - aber nur ohne Handelskrieg

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Die Welthandelsorganisation erwartet einen anhaltenden Boom der weltweiten Wirtschaft - trotz des Streits zwischen den USA und China. Ihre Prognose für das Wachstum des globalen Güteraustauschs 2018 hob die Organisation trotz des Zollstreits von 3,2 auf 4,4 Prozent deutlich an. Würden die Pläne der Kontrahenden aber tatsächlich wahr, seien alle Prognosen allerdings hinfällig. Jede falsche politische Entscheidung könne das Vertrauen untergraben.

Roberto Azevêdo, WTO-Generaldirektor:

"Diese Prognosen berücksichtigen nicht, und ich sage es nochmal, sie berücksichtigen nicht die Möglichkeit einer dramatischen Eskalation der Handelsbeschränkungen."

UNGLEICHGEWICHTE BEI DEN GROSSEN DREI

Nach den Zahlen der WTO mischen an der Spitze der Welthändler die gleichen vier Staaten bei Exporten und Importen mit – wobei China und Deutschland deutlich mehr Anteil am Exportkuchen

haben als am Importkuchen, Japan ist etwa ausgeglichen und die USA kaufen bei den anderen überdeutlich mehr ein als die ihnen abnehmen.

WTO IN FORM

Eine Lähmung der WTO, wie sie etwa beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) der Außenwirtschaftschef Volker Treier fürchtet, empfindet Azevedo bisher nicht. Die deutsche Wirtschaft beklagt vor allem den Ausfall der USA als positive Triebkraft für den WTO-Prozess und damit den freien Welthandel.

Roberto Azevêdo, WTO-Generaldirektor:

"Ich habe keinerlei Anzeichen dafür, dass die USA vorhaben, auszusteigen, und sie haben ihre Dauer-Mitarbeit in der WTO an keine Bedingungen geknüpft - weder bei Verhandlungen noch bei der Streitbeilegung oder irgendetwas dergleichen."

Eine Konferenz der Welthandelsorganisation (WTO) war Mitte Dezember nach massiver US-Kritik ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. Das alle zwei Jahre stattfindende Ministertreffen stellt das höchste Entscheidungsorgan der WTO dar. US-Präsident Donald Trump hatte die WTO wiederholt massiv angegriffen.

su mit Reuters