Eilmeldung

Eilmeldung

So rechtfertigen Trump, May und Macron den Militärschlag gegen Syrien

Sie lesen gerade:

So rechtfertigen Trump, May und Macron den Militärschlag gegen Syrien

So rechtfertigen Trump, May und Macron den Militärschlag gegen Syrien
Schriftgrösse Aa Aa

Die Streitkräfte der USA, Großbritanniens und Frankreichs haben in der Nacht zum Samstag Ziele in Syrien angegriffen. Nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums war Russland vorab von dem Militäreinsatz in Kenntnis gesetzt worden.

In einer Twitter-Nachricht schrieb US-Präsident Donald Trump von einem „perfekt ausgeführten Angriff“. Man hätte kein besseres Ergebnis erzielen können, betonte er. In einer Rede an die Nation hatte Trump zuvor gesagt: „Die gemeinsame amerikanisch-britisch-französische Antwort auf diese Grausamkeiten wird alle Mittel umfassen, die in unserer Macht stehen: Militärisch, wirtschaftlich und diplomatisch“, sagte er. Die russische und die iranische Regierung nannte Trump die Hauptunterstützer und -ausrüster des - so wörtlich - verbrecherischen Assad-Regimes.

Theresa May sprach angesichts des Einsatzbefehls von der schwierigsten Entscheidung, die eine britische Premierministerin zu treffen habe.

„Wir waren uns einig, dass es sowohl richtig als auch rechtens war, gemeinsam mit unseren engsten Verbündeten militärisch zu handeln, um menschliches Leid zu lindern, indem wir die syrischen Kapazitäten auf dem Gebiet chemischer Waffen schwächen und deren Einsatz verhindern. Es ging nicht darum, in den Bürgerkrieg einzugreifen und es ging auch nicht um einen Regierungswechsel“, sagte May.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb bei Twitter, am 7. April seien dutzende Menschen durch chemische Waffen getötet worden. Eine rote Linie sei überschritten worden, deshalb habe er der französischen Armee befohlen einzugreifen.

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte: „Angesichts der Abscheulichkeit des Einsatzes von Chemiewaffen durch Assad sind diese Maßnahmen der drei Mitglieder des Weltsicherheitsrates, die sich ja ausdrücklich gegen das Chemiewaffenprogramm Assads richten, verhältnismäßig und erforderlich.“

„Einhundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges können wir die Vorstellung, dass chemische Kampfstoffe in derzeitigen Kriegen eingesetzt werden, nicht akzeptieren“, betonte Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni.

Das syrische Außenministerium teilte mit, viele der 110 abgefeuerten Raketen seien von der Luftabwehr abgefangen worden. In der Nähe der Hauptstadt Damaskus sei gleichwohl ein wissenschaftliches Labor getroffen worden. Bei der Explosion dreier umgeleiteter Flugkörper seien nahe Homs drei Zivilisten verletzt worden.