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Nord Stream 2: Eine Pipeline spaltet Europa

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Die Ukraine fürchtet durch Nord Stream 2 um die eigene Versorgungssicherheit, die EU teilt ihre Bedenken. Deutschland gibt sich jetzt kompromissbereit.

Die Pipeline Nord Stream 2 soll ab 2020 Erdgas von Russland durch die Ostsee nach Deutschland transportieren. Sehr zur Sorge der Ukraine, der noch eine wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit Europas zukommt.

Bisher fließt ein großer Teil des russischen Gases durch die Ukraine, die dafür Gebühren kassiert. Durch die neue Pipeline könnte sich das ändern. Mehr noch: Die Ukraine und andere osteuropäische Länder fürchten um die eigene Energiesicherheit.

So weit dürfe es nicht kommen, sagte vor einigen Tagen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Jetzt sicherte auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier der Ukraine Unterstützung zu. Für Altmaier sind zwei Dinge miteinander vereinen: "Auf der einen Seite die Möglichkeit und die Notwendigkeit privater Infrastrukturprojekte und auf der anderen Seite die berechtigten Sicherheits- und Versorgungsinteressen der Ukraine. Dafür gibt es eine europäische Verantwortung."

Wie dieser Balanceakt in die Tat umgesetzt werden soll, erläuterte Altmaier nicht. Die EU-Kommission teilt die Bedenken der Osteuropäer. EU-Energiekommissar Maros Sefcovic begrüßte Merkels und Altmaiers jüngste Aussagen und hofft auf einen Kurswechsel. Gemeinsam müsse man sicherstellen, dass die Transitroute durch die Ukraine auch nach Nord Stream 2 weiter bestehen bleibe.