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Elektromobilität made in Poland

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Die Zukunft und der Erfolg von Volkswirtschaften ist davon abhängig, wie gut sie sich an neue Mobilitätsformen anpassen und wie sie die benötigte Energie herstellen und speichern. Welche Unternehmen in Polen entwickeln neue Technologien für die dritte industrielle Revolution? Das erfahren wir in Spotlight.

Solaris: Elektrobusse für Europa und die Welt

Zuerst sind wir in Lublin beim Busunternehmen Solaris . Alles begann in einer ehemaligen Munitionsfabrik mit gut dreißig Angestellten. Heute arbeiten hier 2500 Menschen, die in diesem Jahr 1500 Busse herstellen und damit auch 10% des europäischen Marktes für Elektrobusse bedienen.

“Unser Unternehmen hat seinen ersten Elektrobus 2011 vorgestellt. Damals haben unsere Konkurrenten darüber gelacht. In den kommenden drei bis vier Jahren erwarten wir ein Wachstum auf bis zu 30% des Gesamtmarktes”, erzählt Matthias Figaszewski, der Leiter der Mobilitätsentwiclung von Solaris.

“Die stärkste Nachfrage der Märkte für Elektrobusse kommt derzeit noch aus den europäischen Ländern. Wir liefern unsere Busse nach Polen, Deutschland, Belgien, Spanien, Frankreich und Norwegen. Außerhalb Europas liefern wir unsere Fahrzeuge in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Dubai und in die Türkei.”

Milliardeninvestitionen für Elektromobilität

Zurück in Warschau erfahren wir mehr über die Bemühungen des Landes für eine umweltfreundliche Mobilität. Polen investiert Milliarden in Forschung und Entwicklung.

“Wir helfen Unternehmen dabei, den besten Standort in Polen zu finden und bieten eine Vielzahl von Anreizen – Steuererleichterungen, Barzuschüsse – um unseren Markt für Elektromobilität aufzubauen”, erklärt der Vizepräsident der Polnischen Investitions- und Handelsagentur, Krzysztof Senger.

“Wir arbeiten auch daran, unseren Heimatmarkt mit einer Reihe von Anreizen zu vergrößern. Wir helfen polnischen Unternehmen, ihre Forschung und Entwicklung auf dem Batteriemarkt zu beginnen.”

Die größte Autobatteriefabrik von LG in Europa ist bereits in Polen. Eine Chance für die Zukunft der Elektromobilität hier vor Ort.

Krzysztof Senger: “Die Investition von LG ist ein großer Meilenstein bei der Entwicklung von Batterien für Elektrofahrzeuge in Polen. Andere werden folgen. Derzeit arbeiten wir an 41 Investitionsprojekten in der Automobilindustrie, von denen 10 auf die Elektromobilität ausgerichtet sind.”

Ursus- Elektrobusse und Traktoren

Ein Konkurrent von Solaris ist Ursus. Das Unternehmen, das mit Traktoren angefangen hat, hat seine Produktion auf Busse ausgeweitet, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Auch die Forschung und Entwicklung für den Bau von Bussen, angetrieben mit Strom und alternativen Energien, einschließlich Wasserstoff, wurde ausgebaut.

Krzysztof Senger: “Wir helfen ihnen, das richtige Umfeld für Investition zu schaffen und bieten natürlich auch staatliche Anreize für eine Expansion nach Übersee. Ein Beispiel ist die Befreiung von der Unternehmens-Einkommensteuer. Wenn Sie Ihr Unternehmen in einer Sonderwirtschaftszone ansiedeln, werden Sie von der Steuer befreit.”

Krzysztof Senger: “Ein weiteres Beispiel ist ein neues Gesetz im Rahmen des Clean Transport Package. Unternehmen, die Elektroautos herstellen, und Bürger, die sie kaufen, erhalten Anreize. Sehr wichtig ist auch, dass es den Städten erlaubt wird Gebiete einzugrenzen, in denen nur Elektrofahrzeuge fahren dürfen. Außerdem gibt es Unterstützungen für Kommunen, die Elektrofahrzeuge kaufen.”

Auf den Straßen: Elektrobusse, Autos und Triggo – ein in Polen erfundenes Gefährt

Bis 2025 will die Regierung eine Millionen Elektrofahrzeuge auf die Straßen bringen, und 60.000 Ladestationen für sie. In Warschau werden auch im großen Stil Elektrobusse zum Einsatz kommen.

Und wie wäre es mit einem Elektrofahrzeug, das leicht durch den Stadtverkehr navigieren kann? Ein Gefährt namens Triggo soll dies können. Er hat einen einklappbaren Radstand und eine Drive-by-Wire-Lenkung, wie ein Flugzeug.

Rafal Budweil ist der Geschäftsführer von Triggo: “Wir haben eine Federung mit variabler Breite eingesetzt, die eine sehr enge Konfiguration für Staus und das Einparken bietet, während sich die Federung für den Hochgeschwindigkeitsbetrieb auf eine für ein Auto typische Breite erstreckt.”

Noch in diesem Jahr soll aus dem Prototyp eine für Straßen zugelassenes Modell werden. Bis 2020 sollen die Triggos dann mit einer besonderen Art der Marketingstrategie produziert werden.

Rafal Budweil: “Wir beobachten ein großes Wachstum von Car-Sharing-Diensten – Mobilität wird eine Dienstleistung. Es gibt Plattformen in Europa und weltweit. Unser Ziel ist es, das Fahrzeug zur Nummer 1 für Car-Sharing-Betreiber zu machen.”