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Politikstudenten in Straßburg: Wir müssen uns mobilisieren!

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Politikstudenten in Straßburg: Wir müssen uns mobilisieren!

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Wer in Straßburg Politikwissenschaften studiert, hat den Vorteil, ein einzigartiges Laboratorium direkt vor der Haustür zu finden - das europäische Parlament, die größte supranationale gesetzgebende Versammlung der Welt.

Wenn dann noch so hoher Besuch wie der französische Staatspräsident zur Plenarwoche erwartet wird, ist das Geschehen im Labor noch einmal so spannend.

Emmanuel Macron gilt als einer der glühendsten Verfechter europäischer Einigung. Wie baten drei Politologie-Studenten der Universität Science Po in Straßburg um ihre Einschätzung.

Charles Testard sagte uns:

"Was wir vom Präsidenten der französischen Republik mindestens erwarten, dass er klar und deutlich "nein" sagt zu der Behauptung, dass Europa im Jahr 2018 nicht mehr funktioniere. Perfekt ist die EU nicht, klar, man muss sie verbessern, aber

wir junge Franzosen sind die Erben des europäischen Konstrukts und wir müssen uns dafür mobilisieren."

Macron ist einer der jüngsten Regierungschefs in Europa. Wird er die Reformen durchsetzen können, die es jetzt braucht?

Dazu bemerkte Arnaud de Vibraye:

"Macron ist in meinen Augen eine Stimme, eine gute Stimme aber, nichts für ungut, denn unumstritten ist er auch in Frankreich keinesfalls,

es müssen schon noch andere Stimmen hinzukommen,

um das zu erreichen"

Werden sich junge Menschen für das europäische Projekt engagieren - gerade auch in Hinsicht auf die im kommenden Jahr bevorstehenden Wahlen?

Edouard Bailhache ist optimistisch:

"Am Beispiel Brexit-Referendum konnte man beobachten, dass die junge Generation mit großer Mehrheit für den Verbleib Großbritanniens in der EU gestimmt hat. Nun erschließt sich das europäische Projekt oft nicht unmittelbar, Erläuterungen, Erklärungen sind nötig: aber

gerade bei der jungen Generation scheint mir ein Grundverständnis für Europa zu herrschen,

dass auch der nächsten Generation ein Gefühl dafür vermitteln kann."

Ob dieser Optimismus sich über die Universitäten hinaus bewähren kann, wird sich bei den Europawahlen im Mai nächsten Jahren erweisen.