Eilmeldung

Eilmeldung

Russischer Botschafter: OPCW-Team darf am Mittwoch nach Duma

Sie lesen gerade:

Russischer Botschafter: OPCW-Team darf am Mittwoch nach Duma

Schriftgrösse Aa Aa

Ein zunächst blockiertes Team der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) soll am Mittwoch nach Duma in Syrien reisen können, um einen mutmaßlichen Giftgasangriff in der Ortschaft zu untersuchen. Das teilte der russische Botschafter Alexander Schulgin am Montagabend in Den Haag mit.

Großbritannien und die USA hatten Russland und Syrien zuvor unter anderem bei einer Sondersitzung des Exekutivrates der OPCW vorgeworfen, die Ermittlungen zu blockieren. Russische Diplomaten und auch Außenminister Sergej Lawrow weisen diese Anschuldigungen zurück. Schulgin begründete die Verzögerung mit "Sicherheitsfragen".

"Vielleicht haben sie Angst, dass die Experten nach ihrer Arbeit vor Ort die falsche Version widerlegen, die als Grund für die Luftangriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs gegen das wehrlose Syrien diente", sagte Schulgin in Den Haag.

Für Russland handelt es sich um eine Inszenierung westlicher Staaten und weist die Anschuldigungen zurück. "Das ist eine weitere Erfindung der Briten", sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow in Moskau.

"Seit 2016 will Russland jede OPCW-Ermittlung zu Vorwürfen gegen das (syrische) Regime wegen des Einsatzes von Chemiewaffen untergraben", meinte der britische Botschafter Peter Wilson bei einer Sondersitzung des Exekutivrates der OPCW in Den Haag.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht den Rest an Vertrauen zwischen Moskau und dem Westen schwinden. "Wir verlieren die letzten Überbleibsel an Vertrauen", sagte Lawrow dem Sender BBC. Der Westen handele nach einer "sehr merkwürdigen Logik".

OPCW-Team wartet auf Zugang

Die neun Experten des OPCW waren bereits am Samstag in Damaskus eingetroffen, hätten aber nach mehreren Quellen bislang keinen Zutritt zu Duma bekommen.

Bei dem Luftangriff vom 7. April sollen Dutzende Menschen in Duma getötet worden sein. Westliche Staaten machen Syrien dafür verantwortlich - die syrische Regierung und ihr russischer Verbündete bestreiten die Vorwürfe.

Seit 2011 herrscht in Syrien der Krieg. Über 400.000 Menschen wurden nach UN-Angaben in den sieben Jahren getötet, Millionen sind geflohen.

Militärschlag der USA, Großbritanniens und Frankreichs

Die EU-Staaten Großbritannien und Frankreich hatten in der Nacht zum Samstag gemeinsam mit den USA Ziele in Syrien angegriffen. Nach eigenen Angaben reagierten sie damit auf den mutmaßlichen Einsatz von chemischen Waffen, für den sie Präsident Baschar al-Assad verantwortlich machen.

In ihren Ländern werden der französische Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May von verschiedenen politischen Gruppen für den gemeinsamen Militärschlag kritisiert.