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Kuba: Das Ende der Ära Castro - Neuer Präsident soll Kurs halten

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Kuba: Das Ende der Ära Castro - Neuer Präsident soll Kurs halten

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In Kuba bricht eine neue Ära an. Nach zehn Jahren an der Staatsspitze gibt Präsident Raúl Castro die Macht ab. Sein Nachfolger heißt Miguel Díaz-Canel. Castros Kronprinz soll für Kontinuität sorgen.

Der 57-Jährige ist Minister für Hochschulbildung und Vizepräsident und gilt als gewissenhaftes Parteimitglied. Erstmals seit fast sechs Jahrzehnten wird der starke Mann auf der sozialistischen Karibikinsel nicht mehr Castro heißen.

Es ist eine historische Zäsur. Nach Fidel und Raúl Castro rückt erstmals ein Präsident an die Staatsspitze, der erst nach der Revolution zur Welt kam.

Im Gegensatz zu den alten Guerilleros, die noch selbst in den Bergen kämpften und den Diktator Batista aus dem Land trieben, verfügt Díaz-Canel nicht über die natürliche Legitimation seiner Vorgänger. Er muss liefern, noch immer gibt es keine Meinungs- und Pressefreiheit.

Dazu der ehemalige kubanische Diplomat Carlos Alzugaray:

"Die alte Mentalität hat Raúl Castro fortgesetzt. Eine Veränderung hat bis heute nicht stattgefunden. Noch immer dominiert die Vergangenheit und markiert die politische Linie".

Ein dramatischer Kurswechsel ist von Díaz-Canel nicht zu erwarten. Er ist ein diskreter und pragmatischer Apparatschik. Als Präsident wird Díaz-Canel vor großen Herausforderungen stehen.

Das Verhältnis zu den USA hat sich wieder deutlich verschlechtert, die wirtschaftliche Lage ist auch wegen der Schwäche des verbündeten Venezuelas desolat und die sozialen Spannungen nehmen zu.