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Plácido Domingo und Sonya Yoncheva glänzen an der MET mit Verdi

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Plácido Domingo und Sonya Yoncheva glänzen an der MET mit Verdi

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Die selten gespielte Verdi-Oper "Luisa Miller" verzaubert die Metropolitan Opera in New York mit einer atemberaubenden Besetzung: Die schillernde Sopranistin Sonya Yoncheva gibt ihr Debüt in der Titelrolle, an ihrer Seite, der gefragte Tenor Piotr Beczała.

Plácido Domingo begeistert als Luisas Vater. Der Meistertenor hat inzwischen auch Verdis tiefere Bariton-Rollen für sich entdeckt.

Plácido Domingo: "Seitdem ich Tenor bin, habe ich den Komponisten immer dafür bewundert, dass er uns so viel Musik, so unglaubliche Musik zum Singen geschenkt hat. Und ich sagte mir: 'Mein Gott, er meint es auch gut mit dem Bariton!' Heute genieße ich die Bariton-Rollen, die er komponiert hat."

Verdis früher Dreiakter erzählt die tragische Geschichte zweier Liebender, Luisa und Rofolfeo, deren Väter aus Standesdünkel und Egoismus gegen diese Liebe sind. Am Ende wählt das verzweiflete Paar den Freitod durch Gift. Als Vorlage diente Friedrich von Schillers Drama "Kabale und Liebe".

Für Sonya Yoncheva bedeutete die Rolle eine gewisse Umstellung.

Sonya Yoncheva: "Ich hatte gerade erst die Tosca gesungen, eine große Divarolle. Deswegen erschien mir Luisa so unschuldig, zu unschuldig. Dann, nach und nach, begann ich sie zu lieben und an meine Stimme anzupassen.

Sie akzeptiert den Tod vollkommen als eine neue Stufe der Liebe. Sie überzeugt sich und ihren Geliebten Rodolfo davon, dass es in Ordnung ist: Wir werden sterben, aber nur so können wir zusammen sein."

Die Oper leitet einen Übergang in Verdis Schaffen ein und gilt als Wegbereiter der späteren Meisterwerke wie "Rigoletto" oder "La Traviata, wie der polnische Tenor Piotr Beczała erläutert.

Piotr Beczała: "Das ist wirklich sehr, sehr psychologisch und dramaturgisch durchdacht. Verdi war wirklich ein Theatermensch und hat nicht nur komponiert vor sich hin, sondern seine Musik diente immer dem Theater."

"Luisa Miller" konzentriert sich wie viele Verdi-Opern auf die Beziehung zwischen einem Vater und seiner, von einer unmöglichen Liebe zerrissenen, Tochter.

Piotr Beczała: "Es ist immer so eine Dreiecksgeschichte, also eine Frau, der Liebhaber und der Papa, der fast immer eine schützende Gestalt ist. Es ist immer eine sehr starke emotionale Bindung."

Die Faszination für das Vater-Tochter-Verhältnis ist auch in Verdis Biografie begründet, sagt Plácido Domingo. Das besondere Band ist in der Musik zu spüren.

Plácido Domingo: "Leider verlor Verdi schon früh im Leben seine Frau und seine zwei Kinder. "Eine der wohl gefühlvollsten musikalischen Passagen ist die zwischen Tochter und Vater. Wir hören es in 'Rigoletto', in 'Simon Boccanegra' oder hier in 'Luisa Miller'.

Das Ende seiner Opern füllt er mit all seiner Inspiration, der Schönheit der Melodien, Mann kann die Tränen nicht zurückhalten, wenn man diese Musik singt."

Die letzte Vorstellung von "Luisa Miller" an der New Yorker MET läuft am 21. April.

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