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Rumänien plant Rente für Polizeihunde und -pferde

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Rumänien plant Rente für Polizeihunde und -pferde

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Vina grast friedlich auf einer großen Weide. Schon lange glänzt das braune Fell der Stute nicht mehr. Viele Jahre war sie als Polizeipferd für die rumänische Gendarmerie im Einsatz. Vor drei Jahren wurde sie in den wohl verdienten Ruhestand geschickt, in das von der Steaua Sperantei Stiftung betriebene Tierheim in Bukarest. Gewissermaßen ein Alterssitz für ausgediente Vierbeiner.

"Sie ist 28 Jahre alt und sehr friedlich", sagt Radu Sandoi, der Leiter des Heims. "Auf diesen Pferden darf nicht mehr geritten werden. Dafür dürfen Kinder sie streicheln und sie füttern."

Es gibt keine Standardprozedur in Rumänien wenn Tiere wie Vina, die im Staatsdienst tätig waren, in Rente gehen. Jede öffentliche Einrichtung, die Hunde und Pferde benutzt, hat ihre eigenen internen Regeln. Das soll ein neuer Gesetzentwurf ändern mit der Einführung einer obligatorischen tierärztlichen Versorgung von Tieren im Ruhestand von bis zu 300 RON (€ 64) pro Monat. Also quasi eine Rente.

"Das Gesetz ist eine gute Idee, aber nur, wenn es auch für eine angemessene Unterkunft der Tiere sorgt", sagt Radu Sandoi. "Denn sie können nicht mehr arbeiten, es ist schwer, sie unterzubringen. Menschen auf dem Lande adoptieren Pferde nicht als Haustiere."

Pferde und Hunde werden in Rumänien von diversen staatlichen Einrichtungen eingesetzt, allen voran von Polizei, Grenzschutz und Zoll.

Gigi Oleniuc und Hund Liz bei einem Wettbewerb

Pferde dürfen maximal 13 Jahre arbeiten, Hunde 7 Jahre. Danach bestimmt ein jährliches tierärztliches Attest über die weitere Diensttauglichkeit. Schickt der Veterinär die Tiere in den Ruhestand, gibt es folgende Optionen: Der für das Tier zuständige Beamte darf es privat weiter behalten oder es wird zur Adoption freigegeben.

Gigi Oleniuc zum Beispiel, der bei der rumänischen Grenzpolizei arbeitet, hat Liz, den 10 Jahre alten Labrador, mit dem er lange Zeit arbeitete, adoptiert. Das Problem sei, sagt er, dass sich danach niemand um die Tiere sorge, die so viel "für ihr Land getan hätten."

Oleniuc kannte den Hund von Kindesbeinen an, hatte ihn persönlich trainiert und später der Grenzpolizei zur Verfügung gestellt. Als Liz noch im Einsatz war, erhielt Oleniuc 21 kg Hundefutter und 13 Euro für den monatlichen Unterhalt. Das müsste er nun aus eigener Tasche bezahlen, es sei denn, die Tierrente tritt in Kraft.

Dem Senator, der das neue Tierrentengesetz einbringen will zufolge, gehen pro Jahr rund 100 Hunde und Pferde, die für unterschiedliche Behörden tätig waren, in Rente. Er schätzt, dass die Gesamtausgaben für tierärztliche Versorgung weniger als 80.000 € pro Jahr betragen werden.