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Weißrussland träumt den digitalen Traum

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Weißrussland träumt den digitalen Traum

Weißrussland träumt den digitalen Traum
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In den Straßen von der weißrussischen Hauptstadt Minsk ist das Erbe der Sowjetzeit noch immer sehr präsent. Am Stadtrand aber entsteht das neue Gesicht des Landes, ein Technologiepark. Auf solche Projekte setzt das Land mit seinen rund 10 Millionen Einwohnern in der Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Könnte Weißrussland das Silicon Valley Osteuropas werden? Das ist das Ziel, sagt der Außenminister der weißrussischen Regierung, Wladimir Makei:

"Im Jahr 2005 haben wir angefangen, hier ein High-Tech-Netzwerk aufzubauen. Heute exportieren wir fast 1 Milliarde Dollar an Dienstleistungen ins Ausland. Und wir wollen darüber hinaus wachsen – Weissrussland soll ein Hochtechnologieland werden."

Rund 160 Unternehmen sind im IT Sektor aktiv, ausländische Investoren stellen mehr als ein Drittel. Im vergangenen Jahr gab es zusätzlichen Schub - die Regierung gewährte Steuererleichterungen mit einer Verordnung über die Entwicklung der digitalen Wirtschaft.

Vitali Valianiuk, ist Geschäftsführer von Pro-Business, einem Wirtschaftsinformationsportal. Er betont einen weiteren Standortvorteil des Landes: seine Arbeitskräfte.

Vitali Valianuk: "Wir haben einige Erfolgsgeschichten, Viber zum Beispiel - das Messengerprogramm - wurde hier entwickelt. Der Wettbewerb um die Leute ist in Belarus zur Zeit noch deutlich geringer als in Israel, Finnland oder im Silicon Valley. Und die Gesamtkosten für Unternehmen sind deutlich niedriger als in Berlin oder Paris...."

Aber Informationstechnologien bedeuten auch neue Freiräume, zumindest hoffen das Vertreter der Medien und die Leiterin des weißrussischen Presseclubs, Yuliya Slutskaya. Freie Medien haben es im autoritären Regime des Präsident Lukaschenko schwer.

Yuliya Slutskaya: "Alle Medien sind staatlich finanzierte, staatlich stark kontrolliert. Seit 20 Jahren werden unabhängige Medien durch verschiedene Formen der Repression aus dem Markt gedrückt. Wenn sich der IT-Sektor gut entwickelt, wird es vielleicht neue Investoren geben, und vielleicht bekommen freie Medien so etwas Rückenwind."

Das Land durch Innovation zu verändern ist die Absicht des Imena.mag Teams. Das Online-Magazin wird wie auch die NGO vollständig durch Crowdfunding finanziert. Ihr Ziel: das lösen von "sozialen Problemen“ - eine in Weißrussland stark vernachlässigte Aufgabe des Staates.

Ekaterina Siniuk "Die Menschen sind es gewohnt, dass es in Weißrussland viele soziale Probleme gibt, aber sie können nichts dagegen tun. Wir sind entstanden, um den Menschen etwas an die Hand zu geben, das es ihnen möglich macht, Einfluss zu nehmen, ein Problem zu lösen."

Kindesmissbrauch, Armut, medizinische Mängel, Imena hat schon einige soziale Projekte im ganzen Land finanziert. Ekaterina Siniuk ist optimistisch und kämpferisch.

Ekaterina Siniuk: "Weißrussland verändert sich dank der jungen Generation, dank der Technologien, die überall den Alltag, das Leben verändern. Und in Weißrussland, im Herzen Europas, geschieht das selbe."