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300 Robben vor deutscher Ostseeküste gesichtet: Droht eine Plage?

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300 Robben vor deutscher Ostseeküste gesichtet: Droht eine Plage?

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Rund 300 Kegelrobben wurden vor der deutschen Ostseeküste in diesem Frühjahr gezählt, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Experten vom WWF fordern bereits Robbenmanagementpläne, um einem Konflikt zwischen Fischerei-Industrie und Naturschützern vorzubeugen. Fischer beklagen zunehmend angefressene und zerstörte Netze.

Die bis zu 300 Kilogramm schweren und mehr als zweieinhalb Meter langen Kegelrobben halten sich allerdings nur im Frühjahr im Greifswalder Bodden auf, denn im März und April gibt es ein besonders reichhaltiges Nahrungsangebot für die Fischjäger; es ist Laichzeit der Heringe. Ende Mai nimmt die Zahl der Robben stetig ab, so gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Robben sich dann in ruhigere, skandinavische Gewässer zurückziehen.

Vor hundert Jahren waren die Tiere aus der Region im Süden der Ostsee verschwunden. Abschussprämien zwischen 1880 und 1920 hatten für ihre drastische Reduzierung gesorgt, so soll es insgesamt weniger als 2000 Tiere gegeben haben. Erst durch Bemühungen von Naturschützern in den vergangenen Jahrzehnten konnte sich der Bestand der Robben erholen, auch ein Jagdverbot und der Rückgang von Umweltgiften hat dazu beigetragen, dass es insgesamt wieder rund 30.000 Tiere in der Ostsee gibt. An deutschen Stränden wurden die Meeressäuger erstmals wieder vor 15 Jahren gesichtet, 2018 gab es erstmals wieder Robbenbabys.