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Syrischer Aktivist: "Meine Waffe ist das Wort"

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Syrischer Aktivist: "Meine Waffe ist das Wort"

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Von den kargen Bergen Syriens zur altehrwürdigen Universitätsstadt Löwen in Belgien - Yahia Hakoums Leben hat sich seit 2011 dramatisch verändert.

Damals nahm er an einer Demonstration gegen Assads Regime teil.

Arbeitslosigkeit und Unterdrückung machten das Leben für junge Menschen perspektivlos, so sagt er.

Yahia wurde festgenommen, 45 Tage eingesperrt und gefoltert.

In jener Zeit verlor er mehr als 30 Kilo an Gewicht.

"Als ich wieder freikam, bestand ich nur aus Haut und Knochen. Das machte den Leute Angst. Die Folter war systematisch und sollte nur andere abschrecken."

Mit Hilfe eines italienischen Geistlichen gelingt es Yahia, ein Studentenvisum für Belgien zu bekommen. Dort strebt er nun einen Magister in Politische Wissenschaft an.

"Ich habe es vorgezogen, mein Land zu verlassen. Ich wollte nicht im Bürgerkrieg kämpfen und jemanden töten, nur weil er eine andere Meinung hat als ich. Meine Waffe ist das Wort. Das einzige, was ich für mein Land tun kann, ist, Zeugnis über das Geschehen in Syrien abgeben."

Über die Zukunft seines Landes hegt er keine Illusionen. Weder Russland, der Iran und die Türkei, noch die Europäische Union werden einen Verhandlungsfrieden erreichen.

"Die EU hat es akzeptiert, die Rolle einer gigantischen Nicht-Regierungsorganisation zu spielen. Sie leistet humanitäre Hilfe und gibt Geld. Und wirtschaftliche Sanktionen werden oft nicht respektiert."

Solange die internationale Gemeinschaft die sogenannte Opposition unterstütze, die im wesentlichen die Interessen anderer Länder im Auge habe, werde der Konflikt nie enden, so sagt Yahia.

"Man gibt den Menschen im Land keine Stimme, und bis heute gibt es keine wirkliche Vertretung derer, die im Herzen des Widerstands gegen Assad waren. Die Revolution war nicht ein Aufstand der Alten, sondern es waren die Jungen, die den Widerstand gegen Assad wagten. Und diese Jugend hatte niemals die Gelegenheit, sich politisch zu äußern."

Yahia hat keine Angst, an die Öffentlichkeit zu gehen. Seine Hoffnung: eines Tages wieder zurück in seine befreite Heimat gehen zu können.