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Zeichen setzen gegen Antisemitismus in Deutschland: Berlin trägt Kippa

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Zeichen setzen gegen Antisemitismus in Deutschland: Berlin trägt Kippa

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REUTERS/Fabrizio Bensch
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"Berlin trägt Kippa" – unter diesem Motto hat die Jüdische Gemeinde zu Berlin am Mittwoch zu einer Solidaritätskundgebung aufgerufen. Grund ist der Angriff auf einen Kippa tragenden Israeli vor einer Woche. Man wolle ein breites gesellschaftliches Bündnis mobilisieren, das sich dem Hass entgegenstellt, sagte der Gemeinde-Vorsitzende Gideon Joffe. Man habe zwar immer davor gewarnt, in der Öffentlichkeit Kippa zu tragen. "Nun ist aber eine Situation entstanden, die wir nicht mehr bereit sind, widerstandlos hinzunehmen."

Auch Frauen trugen als Zeichen der Solidarität die für Männer gedachte jüdische Kopfbedeckung. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller rief zur Wachsamkeit auf. Immer wieder komme es zu antisemistischen Taten, sogar an Schulen, so Müller.

In Magdeburg riefen das Bündnis gegen Rechts, der Förderverein „Neue Synagoge Magdeburg“ und die Magdeburger Arbeitsgruppe der „Deutsch-Israelischen Gesellschaft“ dazu auf, am Synagogenmahnmal Kippa zu tragen.

Unter dem Motto „Thüringen trägt Kippa" rief das ostdeutsche Bundesland ebenfalls zu Demonstrationen auf. Weitere Aktionen gab es unter anderem in Köln und Potsdam.

Auch die Solidaritätskundgebungen waren offenbar Ziel antisemitischer Übergriffe. In Berlin-Neukölln wurde deshalb eine kleinere Demonstration abgebrochen, dort hatte ein Störer offenbar einem Demonstranten seine Israel-Fahne entrissen.

Der Auslöser

Der 21-jährige Israeli Adam und sein Freund waren am vergangenen Dienstagabend im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg unterwegs - sie trugen Kippot - traditionelle jüdische Kopfbedeckungen. Auf der Straße wurden sie von drei arabisch sprechenden Männern antisemitisch beschimpft. Einer der Männer schlug mit einem Gürtel auf Adam ein. Er stellte sich später der Polizei, gegen ihn wurde inzwischen Haftbefehl erlassen. Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), der das Video vom Angriff ins Internet gestellt hatte, rief die Juden auf, sich gerade jetzt zu bekennen – auch bei drohenden Anfeindungen.