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Drohnen gegen Katastrophen

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Drohnen gegen Katastrophen

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Bei Hochwasseralarm in gibt es in Chapola inzwischen funktionierende Alarmketten, der Verantwortliche wird per Handy informiert, das der Wasserstand im Dorf flussaufwärts gefährlich angestiegen ist.

Die Bewohner reagieren schnell, aber ohne Panik. Vor allem, weil es nur eine Übung ist, aber auch, weil sie seit Monaten von der italienischen NGO COOPI darauf vorbereitet werden, wie man im Falle von Überschwemmungen geplant handelt, richtig reagiert und sich so in Sicherheit bringt.

Das Frühwarnsystem zwischen den Dörfern ist Teil des von COOPI implementierten und vom EU-Büro für humanitäre Hilfe finanzierten Katastrophenmanagementsystems. In weniger als einer Stunde erreichen alle Bewohner die Schutzzone zwei Kilometer weiter flussaufwärts.

ENELES ALLI, Bewohnerin in Chapola:

"Was ich heute gelernt habe, wird mir für immer bleiben. Wir haben selbst ein Zelt aufgebaut und die ganze Gemeinde hat gesehen, dass dieses Schulgelände der richtige Platz im Fall einer Überschwemmung ist."

Das Dorf befindet sich im Bezirk Mangochi, der von den Überschwemmungen 2015 schwer getroffen wurde. Viele der Bewohner verloren Häuser, Ernten und Tiere. Für die NGO gehören die vielfältigen Risiken für die Bevölkerung zu den Herausforderungen des Programms.

ROSALBA VENDEMIA ist Projektmanagerin bei COOPI

"Das Gebiet von Lungwena hat ein Hochwasserrisiko, ist aber zugleich während der Trockenperiode dem Risiko von Trockenheit und Dürre ausgesetzt. Unser Ziel ist, die Bevölkerung darauf vorzubereiten, sich selbst auf ihre Risiken vorzubereiten, sie zu überwachen. Ein Großteil unserer Arbeit war die Unterstützung beim Aufbau lokaler Katastrophenschutzkomitees."

Damit das Projekt maximalen Nutzen bringt, müssen die neuesten Kartierungstechnologien mit lokalem Wissen verbunden werden. Die NGO setzt Drohnen ein, um in den zwei Distrikten mit dem höchsten Hochwasserpotenzial in Malawi eine Datenbank zu erstellen, die die Schwachstellen und Gefahren in Mangochi und Nsanje anzeigt. Am Ende sind mit dem Projekt 16.000 Hektar kartiert.

JOSEF arbeitet als Kartierungsexperte für COOPI

"Die Drohne hat Tausende von Bildern gesammelt, ungefähr 40.000, und sie hat auch Punkte gesammelt, mit denen die Topographie des Gebietes betrachtet werden kann. Wir verarbeiten die Daten zu einem hochauflösenden Bild mit etwa 28 Pixel pro Zentimeter."

Diese detaillierten Karten ermöglichen es den Bewohnern, sich ein anderes Bild ihrer Gemeinde zu machen. Die Dorfbewohner wurden gebeten, ihre Häuser, mögliche Schutzräume und Evakuierungswege zu markieren. Wissenschaftler als auch Einheimische profitieren.

"Wir haben jetzt das Wissen der Gemeinde, ohne geht es nicht, weil man Ortskenntnisse haben muss, um zu erkennen, wo was ist, was in diesem Dorf wichtig ist und vor allem, was die Einwohner als Gefahr oder Risiko sehen."

AID ZONE MALAWI

Hier, wo es regelmäßig zu Naturkatastrophen kommt, unterstützt die EU die Bevölkerung vor Ort und national den Katastrophenschutz, damit effizienter auf Risiken reagiert werden kann.

ALEXANDRE CASTELLANO vom Büro für humanitäre Hilfer der EU:

"Innovative Technologien wie Drohnen scheinen in westlichen Ländern gute Ergebnisse zu liefern, um zu wissen, wie, wo und wann man schneller eingreifen kann. Wir denken, das sollte auch hier möglich sein, deshalb schätzen und finanzieren wir solche Projekte. Einige sind noch Pilotprojekte, die im Einklang mit den örtlichen Traditionen durchgeführt werden."

Technologische Fortschritte machen ein besseres und kostengünstigeres Katastrophenmanagement möglich, weil Bürger und Entscheidungsträger aktiv werden können, bevor die die Katastrophe eintritt.

Nach Angaben des Amtes für humanitäre Hilfe der Europäischen Union spart jeder Euro, der für präventives Katastrophenmanagement ausgegeben wird, durchschnittlich vier bis sieben Euro ein, die nach einer Katastrophe ausgegeben würden.