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Unschuldsvermutung gilt auch für einen Milliardär

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Unschuldsvermutung gilt auch für einen Milliardär

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Die Bolloré-Gruppe hat bekanntgegeben, es habe nicht die geringsten Unregelmäßigkeiten gegeben. Die Unschuldsvermutung gelte auch für Vincent Bolloré, der nicht einmal Einsicht in die Akten bekommen hatte und sich nicht gegen die unbegründeten Vorwürfe verteidigen konnte.

Hintergrund ist, dass die französische Justiz nun ein Ermittlungsverfahren gegen den Multimilliardär Vincent Bolloré eröffnet hat. Zwei Tage hatte der 66-Jährige in Polizeigewahrsam verbracht, nun konnte er unter Auflagen wieder nach Hause.

Sein Unternehmen soll vor gut zehn Jahrenafrikanische Politiker finanziell unterstützt haben, die ihm im Gegenzug dann Hafenkonzessionen in Afrika, konkret in den Ländern Togo und Guinea, verschafft haben sollen. Schon seit Jahren wird gegen den Geschäftsmann, der in Frankreich sehr bekannt ist, ermittelt.

Bolloré: Angeblich Sonderbehandlung in Afrika

Die Bolloré-Gruppe mit mehr als 80.000 Angestellten ist ein weit verzweigtes Unternehmen, das an vielen Firmen Beteiligungen hält.

So besitzt Bolloré zum Beispiel die meisten Aktien bei Vivendi, dem größten französischen Medienkonzern.

Enthüllungsjournalist Jean-Pierre Canet hat ein Buch über Bolloré mit dem Titel "Vincent Tout-Puissant" geschrieben, Er sagt gegenüber Euronews am Telefon:

"Die Opfer solcher Machenschaften sind in erster Linie die Afrikaner. In Guinea zum Beispiel, da gibt es eine zerbrechliche Demokratie, die sofort untergraben wird, und zwar nicht von den Afrikanern, sondern von Kräften von Außen im Auftrag von Industriellen, die ihre eigenen Interessen verfolgen."

Vincent Bolloré ist ein Freund und Vertrauter von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy.

Die Aktien der Bolloré-Gruppen fielen zunächst nach der Festnahme vor zwei Tagen. Die Bolloré-Gruppe hat einen Markwert von etwa 12 Milliarden Euro.

Auch gegen zwei Manager der Bolloré-Gruppe, Gilles Alix und Jean-Philippe Dorent, wird ermittelt.

Bolloré beschäftigt 80.000 Angestellte.