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Trump und Merkel: Iran, die NATO und die Wirtschaft

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Trump und Merkel: Iran, die NATO und die Wirtschaft

Merkel übergibt Trump eine Landkarte von Rheinland-Pfalz.
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REUTERS/Steffen Kugler/BPA/Handout via REUTERS
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Gerade noch war Frankreichs Staatspräsident Macron bei US-Präsident Trump zu Gast, jetzt ist es Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel, die zu einem Kurzbesuch in die USA gereist ist. Drei Tage war Macron bei Trump, Merkels Besuch ist dagegen nichtmal einen Tag lang. Das Gespräch mit Trump im Oval Office, wird kolportiert, sollte nur etwa 20 Minuten dauern.

Sie werden keine Atomwaffen bauen, das sage ich Ihnen!

Donald Trump US-Präsident

Bei dem als "Arbeitstreffen" betitelten Kurztrip ging es unter anderem um das Engagement beider Länder in der NATO, um Krisen im Nahen und Mittleren Osten und da speziell um das Atomabkommen mit dem Iran.

"Ich glaube, dass dieses Abkommen alles andere als perfekt ist, um alle Probleme mit dem Iran zu lösen", so Merkel nach dem Treffen bei der gemeinsamen Pressekonferenz, "aber dass es ein Baustein ist, auf dem man aufbauen kann." Nun werde man sehen, welche Entscheidungen auf amerikanischer Seite gefält würden.

So steht unter anderem im Raum, dass die USA einseitig das Atomabkommen mit dem Iran abändern könnten. Die deutsche Regierung wollte das bisher verhindern.

"Wir müssen sicherstellen, dass dieses mörderische Regime nicht einmal nahe an die Entwicklung einer Atomwaffe herankommt und dass der Iran damit aufhört, gefährliche Raketen zu liefern und überall im Nahen Osten Terrorismus zu unterstützen. Sie werden keine Atomwaffen bauen, dass sage ich Ihnen."

Trump kritisierte wieder einmal eine mangelnde finanzielle Beteiligung an der Nato. Zwar hob er Deutschland nicht zu deutlich hervor, aber er lobte dagegen explizit Polen, das seinen Beitrag übererfüllt habe. Deutschlands militärische Zurückhaltung kommt beim US-Präsidenten nicht so gut an. Auch beim jüngsten Militärschlag in Syrien hielt sich Deutschland raus – die französischen Nachbarn dagegen nicht.

Unausgeglichene Handelsbeziehungen

Weiteres Thema war die Wirtschaftspolitik. Die EU exportiert mehr in die USA als andersrum, rund 124 Milliarden Euro beträgt die Differenz. Einen großen Anteil daran hat der Wirtschaftsstandort Deutschland. Das stört den US-Präsidenten, der dafür Strafzölle eingeführt hat.

Der Vergleich von Merkels Treffen mit Macrons Auftritt in Washington wird in den Medien ständig gezogen: Kein Wunder, hat Macron sich doch mit Trump schon beinahe in Verbrüderung geübt. Merkel ist kein Trump-Fan, das ist kein Geheimnis. Und zur Verbrüderung geben auch die unterschiedlichen Auffassungen der beiden keinen Anlass.

Einige Beobachter sehen darin aber auch eine Strategie: Macron führt die Charme-Offensive an, Merkel die Sachpolitik. Damit wäre Europa dann wieder einmal vereint, und die deutsch-französische Freundschaft hält sich an der Spitze der europäischen Politik.