Eilmeldung

Eilmeldung

Armenien will Veränderung

Sie lesen gerade:

Armenien will Veränderung

Armenien will Veränderung
Schriftgrösse Aa Aa

Nach zwei Wochen anhaltender Demonstrationen und wenige Tage, nachdem die Regierung von Ministerpräsident Sargsjan zu Fall gebracht wurde scheint das armenische Eriwan seinen gewohnten Rhythmus wieder zu finden.

Aber ob im Park oder im Cafe, die politische Diskussion bestimmt die Gespräche. Drei jungen Musiker Mayarpi (23), Styopa (23) and Gevorg (18) treffen sich zweimal die Woche zum musizieren im Park. In den letzten Tagen aber diskutieren sie, was hinter der anhaltenden politischen Krise steckt.

Die NZZ ordnet ein: "Für die jungen Armenier bedeutete die Sargsjansche «Stabilität» das Gleiche wie die Putinsche für die Generation Nawalny: Stagnation, Heuchelei, fehlende Perspektiven und keine Möglichkeiten zu sozialem Aufstieg."

Mayarpi Bazikyan, Musiklehrerin: "Unsere Gesellschaft verändert sich, die Jungen träumen von einem anderen Leben. Wir brauchen Arbeitsplätze, Gerechtigkeit und keine Korruption. Wir wollen im Land bleiben, wir haben Selbstvertrauen - wir werden es schaffen".

Arpine ist 26 Jahre alt, stellt ihre eigenen Schals her und verkauft sie am Wochenende auf dem Flohmarkt. Die junge Frau lebt von Touristen, die ihre Schals kaufen. Auch wenn sie nicht sehr teuer sind, Einheimischen können sie sich nicht leisten. Sie wünscht sich, dass die Armenier ihr Land nicht mehr verlassen müssen, um einen Job zu finden. Die Arbeitslosenquote liegt bei etwa 20%, gerade die jungen, gebildeten Armenier verlassen das Land.

Arpine Ervandyan: "Sie verlassen das Land, weil sie hier keine Arbeit finden. Sie haben viele Jahre studiert, vielleicht 7 oder sogar 9 Jahre und sind trotzdem arbeitslos.“

Apostolos Staikos, für euronews vor Ort in Armenien, meint:

"Korruption und hohe Arbeitslosigkeit nennen die meisten Leute, wenn man sie nach den Gründen für die sozialen Unruhen fragt. Jenseits von politischen Kämpfen und persönlichem Ehrgeiz der Regierenden fühlt sich ein großer Teil der armenischen Gesellschaft abgehängt, und das wollen die Armenier nicht mehr akzeptieren."