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Windrush-Skandal: Britische Innenministerin Rudd tritt zurück

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Windrush-Skandal: Britische Innenministerin Rudd tritt zurück

Windrush-Skandal: Britische Innenministerin Rudd tritt zurück
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REUTERS/Hannah Mckay
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Die britische Innenministerin Amber Rudd ist im Zuge eines Skandals um Einwanderer aus der Karibik zurückgetreten. Premierministerin Theresa May habe ihren Rücktritt während eines Telefonats akzeptiert, so ein Regierungssprecher in London am Sonntagabend.

Bei dem Skandal um die sogenannte "Windrush-Generation" geht es um Einwanderer aus der Karibik, die zwischen 1948 und 1971 auf Einladung der Regierung in London als Arbeitskräfte ins Land kamen. Der Begriff "Windrush" ist der Name eines Schiffes, mit dem die ersten Einwanderer aus der Karibik nach Großbritannien gebracht worden waren.

Die Immigranten und ihre Nachfahren, die seit Jahrzehnten in Großbritannien leben, hatten Probleme, ihr Aufenthaltsrecht nachzuweisen: Sie konnten nämlich keine entsprechenden Papiere vorlegen und wurden von den Behörden dadurch fälschlicherweise als illegale Einwanderer geführt. Einigen wurden Sozialleistungen und medizinische Versorgung verweigert, oder ihnen mit der Abschiebung gedroht.

Kritiker forderten Rudds Rücktritt

Rudds Verhalten im Skandal um die sogenannte "Windrush-Generation" sorgte seit Tagen in Großbritannien für Aufsehen. Sie stritt ab, von Abschiebequoten gewusst zu haben. Eine Politik, die von Kritikern als "Ahnungslosigkeit" bezeichnet wurde. Die Opposition forderte wiederholt ihren Rücktritt.

Ein Skandal, für den auch die britische Premierministerin immer mehr kritisiert wird - diese verliert mit Rudd eine weitere Vertraute im Kabinett. Beide Frauen hatten sich für das Verhalten der britischen Behörden bei den Betroffenen entschuldigt. "Es gibt keinen Zweifel an ihrem Recht, hier zu sein - und das hätte es auch nie geben dürfen", so Rudd in einer Erklärung. Die Opposition sprach von "einer nationalen Schande".

In den letzten Jahren wurde das englische Migrationsgesetz verschärft. In Europa stärkt der Windrush-Skandal auch Ängste von EU-Bürgern, die nach dem Brexit einen "bürokratischen Albtraum" befürchten, so der Brexit-Beauftragte des Europaparlaments Guy Verhofstadt.