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Filmfestival in Teheran - das sind die Gewinner

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Filmfestival in Teheran - das sind die Gewinner

Filmfestival in Teheran - das sind die Gewinner
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Das Internationale Filmfestival in Teheran hat sich zu einem der wichtigsten Filmfestivals im Nahen Osten entwickelt. In den vergangenen drei Jahren wurden immer mehr internationale Filme und Filmemacher eingeladen. Nach wie vor ist Meinungsfreiheit ein sensibles Thema im Iran. Dokumentar- und Spielfilme unterliegen einer strengen Zensur. Der kambodschanische Dokumentarfilmer Rithy Panh findet es wichtig, die Erinnerung an die Vergangenheit lebendig zu halten:

"Sich zu erinnern, ist wichtig."

Rithy Panh Dokumentarfilmer

"Sich zu erinnern, ist wichtig. Ich habe bereits Kambodscha, ein großes Land, um an der Erinnerungskultur zu arbeiten. Ich überlasse es den Iranern, über ihre eigene Geschichte nachzudenken".

Unter den Festivalgästen ist auch der US-Regisseur Oliver Stone, der über Irans Haltung gegenüber seinen Künstlern wie z.B. Jafar Panahi spricht:

"Der Iran hat Probleme, aber sie rennen vor nichts davon. Sie sind sehr realistisch. Es gibt da einen Filmregisseur, der hat zumindest seinen Film gemacht und ist nach Cannes eingeladen. Sie lassen ihn vielleicht nicht hinfahren, aber der Film ist gedreht, das ist das Wichtigste. Vielleicht ist das Reiseverbot sogar besser für ihn, wenn Sie verstehen, was ich meine."

Signal an iranische Künstler

Oliver Stone überreichte den Preis für das Lebenswerk an Rithy Panh. Der kambodschanische Dokumentarfilmer wurde für seinen Fokus auf humanitäre Themen ausgezeichnet. Die Auswahl des Geehrten ist sicherlich auch ein Signal an iranische Künstler.

Der Preis für die beste Schauspielerin ging an die Iranerin Mahoor Alvand für ihre Rolle in dem Film "Hattrick" von Ramtin Lavafipour, in dem es darum geht, wie Menschen sich verändern:

"Es gab verschiedene Proben mit dem Regisseur, da haben wir das Drehbuch gelesen und darüber gesprochen. Wir gingen alle Details der Rolle durch, ihre Vergangenheit und Zukunft. Die Geschichte, die sie daraus gemacht haben, hat mir sehr geholfen, das richtige Gefühl für die Rolle zu bekommen", so Mahoor Alvand.

Für seine Darstellung eines Bergarbeiters im slowenischen Film "The Miner" wurde der kroatische Schauspieler Leon Lučev in Abwesenheit als bester Schauspieler ausgezeichnet. Regisseurin Hanna Slack nahm den Preis für ihn entgegen. Der Film erzählt die Geschichte eines Bergarbeiters, der entdeckt, dass in einer verlassenen Mine während des Zweiten Weltkriegs Tausende Menschen hingerichtet wurden.

Der Preis für den besten Film ging an den Regisseur Milko Lazarov und die Produzentin Veselka Kiryakova für ihr Porträt eines Paares in Nordsibirien, das an seinen Traditionen festhält.

"Ich liebe diese Art von Geschichten über den Norden seit meiner Kindheit, ich liebe es, langsame ruhige Filme zu drehen und Sibirien ist der perfekte Ort für Dreharbeiten", so Milko Lazarov.

Euronews-Reporter Wolfgang Spindler in Teheran:

"Dieses Festival hat alle Zutaten, die ein internationales Festival braucht, ein sehr reichhaltiges Programm, viele internationale Gäste, es gibt einen Filmmarkt und viele Workshops. Und die Tatsache, dass Oliver Stone das Festival besuchen konnte, war vor zehn Jahren einfach nicht möglich - Veränderung liegt in der Luft.

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