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50 Jahre 68: "Heute wäre das wohl nicht möglich"

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50 Jahre 68: "Heute wäre das wohl nicht möglich"

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Vor 50 Jahren wurde Frankreich von heftigen Studentenrevolten erschüttert. Millionen waren auf den Straßen, um gegen das System und die Regierung von Charles de Gaulle zu demonstrieren. An den Universitäten ging es den Studenten darum, den Muff von 1.000 Jahren unter den Talaren beseitigen. Doch es ging auch um eine Reform der ganzen Gesellschaft. Oft wird gefragt, was von den 68ern geblieben ist, welche Lehren Politiker heute daraus ziehen sollen.

Starke Gewerkschaften warnen die Regierung heute, sie soll die Reformen bestimmter Bereiche fallen lassen, andernfalls werde es wieder solche Unruhen geben wie jene, die dieses Land an den Rand eines Bürgerkriegs geführt haben. Experten glauben allerdings, 68 wird sich eher nicht wiederholen.

Die Autorin Julie Pagis hat über die 68er geschrieben. Sie sagt: "Die Umstände sind vollkommen anders. Die Jugend in den 50ern und 60ern war in politischem Aktivismus regelrecht geschult durch Institutionen wie die Kommunistische Partei und sogar die Kirche. Heute sind diese Institutionen verschwunden. Ich wäre sehr überrascht, wenn es einen neuen Mai 68 gäbe. Und wenn, dann sähe er ganz anders aus."

1968 richteten sich die Proteste gegen General de Gaulle, heute gegen Präsident Emmanuel Macron, der den französischen Sozialstaat reformieren will. Anzeichen für eine Radikalisierung dieser Proteste gibt es zur Zeit nicht.