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"Editors" - "Unsere Songs passen in die heutige Zeit"

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"Editors" - "Unsere Songs passen in die heutige Zeit"

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Die "Editors" sind eine britische Indie-Rockband aus Birmingham. Einige der Bandmitglieder spielten anfangs unter einem anderen Bandnamen, 2004 fanden sie sich als "Editors" zusammen. Im Januar 2005 veröffentlichten sie ihre Debütsingle "Bullets", mit der sie auf Anhieb die britischen Singlecharts erreichten. Der dunkle Sound der Band und Tom Smiths Stimme sind stark verwandt mit Bands aus den Achtziger Jahren wie "Joy Division", "Echo & The Bunnymen" oder Zeitgenossen wie "Interpol".

"Violence" heißt der Titelsong des neuen Albums der "Editors" (veröffentlicht am 9. März). Zur Zeit ist die britische Indie-Rockband auf Tour mit ihrem 6. Studioalbum, das die gegenwärtige Welt nicht nur im Titel widerspiegelt.

"Ich habe Musiker nie als Politiker gesehen, aber wir machen uns natürlich Gedanken. Über den Zustand der Welt aktuell mit dem Aufstieg der Rechten, der Populismus auf dem Vormarsch, Österreich, Amerika, der Untergang der freien Presse in Ungarn. Ich denke, unsere Songs passen in die heutige Zeit", meint Leadgitarrist Justin Lockey. "In Großbritannien werden wir nicht auf dem gleichen Niveau unterdrückt wie in Ungarn. Ich glaube auch nicht, dass es bei uns jemals so weit kommen wird. Wir sind nicht diese Art von Land. Aber es ist dasselbe Land, das Syrien ohne Genehmigung des Parlaments bombardiert hat und uns in die schlimmste Entscheidung seit Generationen führt."

"So entstehen die besten Lieder"

Justin Lockey ist der Gitarrist, der den Song "Halleluja (So Low)" mit seinem Riff bekannt machte. Das Lied schrieb Tom Smith, nachdem ein Teil der Band im September 2016 auf Einladung von Oxfam ein syrisches Flüchtlingslager in Griechenland besuchte. Sie trafen Leute, die vor Krieg flüchteten und auf der Suche nach einem besseren Leben waren. Sie jammten mit einigen von ihnen. Eine Erfahrung, die sich nicht nur auf die Band, sondern auch auf das neue Album auswirkte.

"Editors"-Gründer und Schlagzeuger Ed Lay: "Tom reflektierte seine Gefühle über die Reise in einigen Liedtexten. Und es passierte etwas Magisches, als Justin mit diesem wahnsinnigen Gitarrenriff daherkam. Es bezieht sich nicht direkt auf das Flüchtlingslager, aber wir haben den Moment in diesem Raum eingefangen - so entstehen die besten Lieder."

"Darkness at the Door" ist die dritte Single-Auskopplung des neuen Albums. Das breit gemischte Publikum springt auf die neuen Songs an und begeistern sich auch für die mehr elektronischen.

Ed Lay: "Die neuen Songs hören sich mega an. Man hat das Gefühl, dass die Menschen wirklich darauf reagieren. Wir haben nie zuvor mit 'Blanck Mass' zusammengearbeitet. Er produziert 'heavy electronic music'. Die haben wir uns angehört und dachten, das könnte gut mit unserer Musik funktionieren. Glücklicherweise hat das geklappt."

Euronews traf die Band nur wenige Tage nach dem Tod des jungen schwedischen DJs und Produzenten Avicii. Seitdem ist die Debatte über den Druck, den die Musikindustrie auf die Künstler ausübt, wieder aufgelebt.

"Der Druck ist da. Er ist sehr real. Und die Versuchung, diesen Druck durch Alkohol oder Drogen zu lindern und Dinge zu tun, die nicht das Beste für einen sind, ist natürlich immer da", sagt Ed Lay.

Justin Lockey: "Es überrascht uns nicht, von Musikern zu hören, die jung sterben. Über den Druck und die mentale Gesundheit von Musikern wird nie gesprochen. Es ist etwas, das immer unter den Teppich gekehrt wird, weil es nicht sehr glamourös ist. Es ist nicht so sexy, darüber zu reden."

Nach einer ersten Etappe europäischer Shows ist "Editors" auf Tournee durch die USA. Zur Festivalsaison von Juni bis Ende August ist die Band wieder in Europa. Im Oktober werden sie neue und einige alte Songs in Großbritannien und Irland spielen.

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