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EU-Abgeordnete: ETA verfolgt mit Auflösung politisches Ziel

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EU-Abgeordnete: ETA verfolgt mit Auflösung politisches Ziel

Die EU-Abgeordnete Maite Pagazaurtundua in San Sebastian
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REUTERS/Vincent West
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Nicht überall trifft die Auflösungserklärung der ETA auf Wohlgefallen. EU-Parlamentarierin Maite Pagazaurtundúa verlor vor 15 Jahren ihren Bruder durch die ETA. Mitglieder der Seperatistenorganisation erschossen ihn. Der Schmerz sitzt noch immer tief.

„Sie haben ihn neun Jahre lang verfolgt. Seine Kinder kannten in ihren jungen Jahren praktisch nichts Anderes als Verfolgung. Ihr Auto haben sie drei Mal angezündet, warfen Molotow-Cocktails in ihr Haus. Sie bedrohten ihn, schlugen ihn, belästigten ihn. Es war fürchterlich. Niemand kann sich vorstellen, was das bedeutet - selbst wenn man weiß, dass sie ihn töten würden. Die Zerstörung ist schrecklich."

Pagazaurtundúa fordert von der ETA, Verantwortung für ihre Gewalttaten zu übernehmen. Gemeinsam mit weiteren Opfern und Intellektuellen hat sie eine Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es, die ETA versuche den Zähler einfach so auf null zu stellen, ohne dafür genug zu leisten:

"Sie haben nicht um Entschuldigung gebeten. Viele der Morde legitimieren sie gar im Kleingedruckten. Für das Schlimmste übernehmen sie nicht die Verantwortung: Sie haben für eine 'exklusive Identität' getötet, weil Andere anders dachten."

Mit der Auflösungserklärung hilft die ETA aus Sicht der Abgeordneten nicht den Opfern, sondern: Die Organisation verfolge damit ein politisches Ziel.

"Vor sechs Jahren haben sie aufgehört zu töten und öffentliches Interesse zu erwecken. Baskische und navarrische Bevölkerungsgruppen begannen, sich weniger zu fürchten. Und jetzt versuchen sie, eine kostenlose Werbekampagne für ihre politischen Interessen zu bekommen."