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Serbien: Polizei verhindert Demo von Kriegsverbrecher Seselj

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Serbien: Polizei verhindert Demo von Kriegsverbrecher Seselj

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Mit einem massiven Polizeiaufgebot hat Serbien am Sonntag eine Demonstration des serbischen Extremisten und Nationalisten Vojislav Seselj in der Gemeinde Hrtkovci verhindert.

Schon am Vortag hatten Polizisten den Ort etwa 70 Kilometer westlich von Belgrad abgesperrt, damit der verurteilte Kriegsverbrecher Seselj mit Anhängern seiner großserbischen Radikalen Partei dort nicht wie angekündigt demonstrieren konnte.

Der 63-Jährige wollte an seinen Auftritt am 6. Mai 1992 in Hrtkovci erinnern, der zur Auswanderung Hunderter Angehöriger der kroatischen Minderheit geführt hatte.

Wegen dieser Hetze in Hrtkovci und wegen anderer Verbrechen war Seselj vom UN-Kriegsverbrechertribunal zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Strafe musste er aber wegen seiner langen Untersuchungshaft nicht antreten.

Trotz dieses Urteils ist er weiter Abgeordneter des serbischen Parlaments in Belgrad. Aus der gemischt-nationalen Gemeinde Hrtkovci waren nach dem Seselj-Auftritt über 700 Kroaten vertrieben worden. Etwa 600 ihrer Häuser stehen bis heute leer.

In den Bürgerkriegen beim Auseinanderfall des Vielvölkerstaates Jugoslawien in Kroatien (1991-1995), Bosnien-Herzeogwina (1992-1995) und im Kosovo (1998/99) waren rund 130.000 Menschen getötet und Millionen vertrieben worden.