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DRK: Deutschland für Katastrophenfall schlecht ausgerüstet

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DRK: Deutschland für Katastrophenfall schlecht ausgerüstet

Materiallager des Deutschen Roten Kreuz in Berlin-Schönefeld (Archivfoto)
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Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sieht die Bundesrepublik schlecht auf Katastrophen und andere unerwartete Ereignisse vorbereitet. Beispiele seien Epidemien, Naturkatastrophen und Cyber-Angriffe, die etwa Gesundheitseinrichtungen lahmlegen könnten, sagte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt bei der Vorstellung das Jahresberichts 2017. Die Erfahrungen aus der Flüchtlingskrise hätten gezeigt, dass in Deutschland Materiallager etwa mit Zelten, Feldbetten und Medikamenten fehlten.

Materiallager für jeweils 5.000 Menschen

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DRK-Mitarbeiter im Materiallager in Berlin-Schönefeld (Archivfoto)REUTERS/Johannes Eisele

Ein Konzept zum nationalen Krisenmanagement, das das DRK mit anderen Hilfsorganisationen vorgelegt hat, sieht die Einrichtung von zehn solcher Materiallager vor. Damit sei die Situation bis in die 90er Jahre in Westdeutschland wieder erreicht. Das Material soll jeweils für 5.000 Menschen ausreichen, insgesamt also für 50.000.

Die Gesamtkosten für den Vorschlag sollen sich laut DRK auf zunächst 109 Millionen Euro belaufen. Zur Finanzierung sei man mit Abgeordneten und der Bundesregierung im Gespräch. Um den stets einwandfreien Zustand des Materials würden sich die Hilfsorganisationen kümmern. Standorte für die Materiallager stehen bisher nicht fest.

Viele Flüchtlingshelfer sind geblieben

Unterdessen ist die Zahl ehrenamtlicher Helfer beim Deutschen Roten Kreuz auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren. Sie stieg 2017 um rund 11.000 auf 425.800 aktive Mitglieder. Die bundesweite Entwicklung beim Ehrenamt lässt sich Hasselfeldt zum Teil auf die Flüchtlingssituation vor rund zwei Jahren zurückführen. Viele Flüchtlingshelfer seien inzwischen als feste ehrenamtliche Helfer dabei. Sie engagierten sich zum Beispiel im Betreuungsdienst, in der Nachbarschaftshilfe, der Sozialarbeit oder in einem Hospiz.

Die DRK-Präsidentin Hasselfeldt wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es für das Freiwillige Soziale Jahr und den Bundesfreiwilligendienst beim DRK insgesamt deutlich mehr Bewerber als Stellen gebe. Damit verbunden war ein Appell an die Bundesregierung, mehr Stellen für beide Programme zu schaffen und die notwendige Bundesförderung zu erhöhen. (mit dpa)

Pressekonferenz des Deutschen Roten Kreuz in Berlin am 7.5.18