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Vor EU-Balkan-Gipfel: Tusk findet klare Worte für Trump

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Vor EU-Balkan-Gipfel: Tusk findet klare Worte für Trump

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Die Staats- und Regierungschefs von 27 EU-Ländern treffen sich heute im bulgarischen Sofia, um mit ihren Kollegen aus den sogenannten Westbalkanländern zu reden.

Die EU möchte ihr Engagement in der Region ausweiten und die Länder zu weiteren Reformen ermutigen.

Am Abend vor dem Gipfel ging der Blick aber auch über den Atlantik. EU-Ratspräsident Donald Tusk verurteilte den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit Iran aufs Schärfste: "Wenn man sich die letzten Entscheidungen von Präsident Trump anschaut, könnte man sich sogar fragen: Bei Freunden wie diesen, wer braucht da noch Feinde?"

Beim heutigen Gipfel in Sofia soll über die Perspektiven der Westbalkanländer auf EU-Mitgliedschaft gesprochen werden.

Österreichs Außenministerin Karin Kneiss kündigte einen verstärkten Einsatz der österreichischen Regierung für die sechs Länder an. Es müsse mehr für die vernachlässigten südeuropäischen Länder getan werden: "Die EU hat Südosteuropa in den letzten Jahren vernachlässigt. In dieses Vakuum sind dann andere Staaten wie Russland, China, die Türkei und die Golfstaaten gestoßen", sagte sie der "Welt" vor Beginn des Gipfels.

Der spanische Regierungschef Manuel Rajoy nahm zwar am Treffen mit den anderen EU-Staats- und Regierungschefs am Vorabend teil, wird beim heutigen Gipfel selbst aber nicht zugegen sein. Durch den Katalonien-Konflikt im eigenen Land will er nur ungern dem Präsidenten des Kosovos gegenübertreten. Nach der gewaltsamen Abspaltung von Serbien 2008 wird das Kosovo bis heute von fünf EU-Ländern nicht als Staat anerkannt. Neben Spanien sind das Griechenland, Rumänien, Zypern und die Slowakei.