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Umstrittene Wahl: Von Opposition boykottiert

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Umstrittene Wahl: Von Opposition boykottiert

Umstrittene Wahl: Von Opposition boykottiert
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Der sozialistische Präsident Venezuelas Nicolas Maduro hat in der Hauptstadt Caracas seine Stimme abgegeben. Die Wahllokale sind inzwischen offiziell geschlossen, ein Ergebnis gab es aber zunächst nicht. Bereits bei vergangenen Wahlen waren die Wahllokale noch stundenlang nach der offiziellen Schließung offen.

Heimatland oder Kolonie, Frieden oder Gewalt

Nicolas Maduro Präsident

Zwar gibt es drei Kandidaten für das Präsidentenamt, es gilt aber ohnehin als sicher, dass Maduro die Wahl gewinnt. Seiner Regierung wird Manipulation vorgeworfen, Oppositionsparteien soll die Teilnahme an der Wahl erschwert oder unmöglich gemacht worden sein. Einige Parteien boykottieren die Wahl, die verbleibenden Kandidaten haben kaum eine Chance. Maduro hat das von der Opposition kontrollierte Parlament entmachtet und zahlreiche Regierungsgegner verhaften lassen.

Trotz Krise: Millionen wählen Maduro

Venezuelas Regierung mühte sich im Vorfeld, die Wahl als fair und legitim darzustellen. So hatte sie die Vereinten Nationen um Wahlbeobachter gebeten, doch die wurden ihr verweigert. Bei den UN sieht man die Bedingungen für einen demokratischen Prozess im Land nicht gegeben. Auch die USA und die Europäische Union hatten schon im Vorfeld angekündigt, die Wahl nicht anzuerkennen. Maduro setzt jetzt auf Wahlbeobachter aus befreundeten Staaten, um den demokratischen Prozess zu legitimieren.

Venezuela geht es wirtschaftlich schlecht, obwohl es das ölreichste Land der Welt ist. Es mangelt an Devisen. Vom internationalen Finanzmarkt ist Venezuela weitgehend abgeschnitten. Angesichts der Krise haben bereits Millionen Venezolaner das Land verlassen. Denen, die geblieben sind, ist offenbar auch die Lust an der Politik vergangen: Die Wahlbeteiligung war Beobachtern zufolge niedrig.