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Referendum über Abtreibung spaltet Irland

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Referendum über Abtreibung spaltet Irland

Referendum über Abtreibung spaltet Irland
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In Irland ist Abtreibung per Gesetz untersagt. Am Freitag stimmen die Iren darüber ab, ob das Verbot aus der Verfassung gestrichen wird. Ein Thema, das die Gesellschaft spaltet.

"Dieses Referendum spaltet uns"

Eine Frau aus Dublin sagt: „Die Patentante meines Sohns und ich, wir hatten deshalb einen Riesenstreit. Sie ist Krankenschwester und will mit Ja stimmen, ich werde Nein sagen, ich bin gegen die Legalisierung. Dieses Referendum spaltet uns. Wir sprechen seit einem Jahr nicht mehr miteinander.“

Das irische Abtreibungsverbot ist eines der strengsten in ganz Europa. Selbst nach Vergewaltigung, Inzest und bei einem kranken Fötus darf nicht abgetrieben werden.

Jährlich reisen Tausende Irinnen zum Schwangerschaftsabbruch ins Ausland. So wie Amy Callahan. Ihr Ungeborenes hatte eine schwere Hirnfehlbildung und keinerlei Überlebenschance.

„In einem so ernsten Fall – unserem Baby fehlte der größte Teil seines Gehirns und es war klar, dass es sterben würde – hatte ich gehofft, dass auch die irischen Ärzte uns helfen könnten“, sagt Callahan.

Prognosen sehen Nein-Lager klar vorn

Ja, es muss sich etwas ändern, finden laut Umfragen die meisten Iren. Doch die Zahl der Abtreibungsgegner bleibt groß. Kurz vor der Abstimmung machen Tausende „Nein“-Wähler mobil.

„Wir sollten uns klarmachen, was das Ergebnis bedeuten wird. Es sollte nicht an uns liegen, diese Wahl zu treffen: Die Entscheidung, ein einzigartiges menschliches Leben zu beenden. Das ist keine vernünftige Entscheidung“, meint Vicky Wall, die am Freitag „Nein“ sagen wird.

1983 hat Irland schon einmal abgestimmt und Nein gesagt. Damals vor allem ein Triumph der katholischen Kirche, deren Einfluss heute deutlich kleiner geworden ist.