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140 Demos: Franzosen streiken gegen Verwaltungsabbau

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140 Demos: Franzosen streiken gegen Verwaltungsabbau

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Frankreich - "Streikreich". Dieses Mal waren es aber nicht nur Flughafen-Bedienstete, die auf die Straße gegangen sind. Auch Lehrer, Postbeamte oder etwa Angestellte in der Energieversorgung. Bei rund 140 Demonstrationen im ganzen Land protestierten sie gegen den generellen Verwaltungsabbau. Denn: Präsident Macron will in den nächsten vier Jahren 120.000 Stellen streichen.

Für den CGT-Gewerkschaftsvorstand Philippe Martinez ist das unzumutbar: "Momentan sieht es so aus: Wenn man über die notwendigen Mittel verfügt, hat man Zugang zu einem Krankenhaus mit hohen Standards. Kann man sich das aber nicht leisten, landet man auf der Straße. Das ist eine Gesellschaft, die wir nicht wollen!"

Dritter große Streiktag seit Macron im Amt ist

Da sich an den Protesten auch Fluglotsen beteiligt, mussten am Dienstag mehr als 500 Flüge gestrichen werden. Zuletzt hatten Streiks der Air-France-Mitarbeiter immer wieder für Ausfälle gesorgt.

Dieses Mal streikt aber der gesamte öffentliche Dienst, bereits zum dritten Mal seit Emanuel Macron im Amt ist.

Jean Martin (Krankenpfleger): "Wir hatten davor noch nie weinende Menschen in unseren Gewerkschaftsbüros. Menschen die unter Tränen ihre Jobs kündigen wollen. Zum Beispiel eine Krankenschwester und eine Pflegekraft, die in Nachtschichten arbeiten und genug vom öffentlichen Krankenhaus haben. Das öffentliche Gesundheitswesen wurde komplett privatisiert, und das Personal kann es nicht mehr ertragen."

Zusammenstöße in Paris

In Paris kam es unterdessen zu Zusammenstößen zwischen Streikenden und Polizisten. Sieben Personen wurden nach Angaben der örtlichen Behörden festgenommen.