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Schweden verteilt 4,8 Mio. Broschüren für den Ernstfall

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Schweden verteilt 4,8 Mio. Broschüren für den Ernstfall

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Eva Ladberg lebt im Stockholmer Vorort Sollentuna und gehört zur sogenannten Prepper-Bewegung - sprich: sie ist für den Ernstfall gewappnet.

Sollte ein Krieg oder eine Naturkatastrophe hereinbrechen, hat sie alles, was sie braucht, um zumindest eine Zeit lang zu überleben: Hühner, ein reichhaltiges Gemüsebeet, jede Menge Konserven und Wasserflaschen. Besonders wichtig, sagt sie, ist ein kleines Transistorradio, mit Solarenergie betrieben und zur Not auch als Taschenlampe zu gebrauchen.

So wie Eva sollen es künftig alle Schweden machen. Die Regierung in Stockholm hat eine Broschüre vorgestellt, die an sämtliche Haushalte im Land verteilt werden soll. Titel: "Om Krisen eller Kriget kommen" (Falls Krisen oder Krieg kommen). Auf 20 Seiten erfahren sie, wie sie sich im Falle von Krisen und Krieg zu verhalten haben. Cyber- und Terrorattacken eingeschlossen.

Herausgegeben wird das Heft von der schwedischen Katastrophenschutzbehörde (MSB). Deren Generaldirektor Dan Eliasson erklärt: "Es gibt eindeutig ein Informationsdefizit. Wir haben eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt, die zeigen, dass die Menschen in Schweden Unterstützung bei der Vorbereitung auf mögliche Krisen und Ratschläge zu Nahrung, Wasser, Elektrizität und Kommunikation brauchen."

Ähnliche Broschüren wurden erstmals während des Zweiten Weltkriegs in Schweden verteilt. Bis 1961 gab es mehrere aktualisierte Neuauflagen. Dann lange Zeit nichts mehr. Doch die Lage in Schweden hat sich gewandelt. Die Sorge um die Sicherheit steigt. Dahinter schwelt auch die Angst vor einer Auseinandersetzung mit Russland.