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EU-Bürger mögen Europa und seine Gegner

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EU-Bürger mögen Europa und seine Gegner

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Ein Jahr vor den Europawahlen hat Parlamentspräsident Antonio Tajani die Ergebnisse der jüngsten Eurobarometer-Umfrage vorgestelt. 60 Prozent der mehr als 27.000 Befragten in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten halten demnach die Europäische Union für eine gute Sache, ein Viertel hat keine Meinung dazu und 12 Prozent finden die EU schlecht.

Aber die positive Einstellung der meisten Europäer zur EU wird überschattet von den jüngsten Wahlerfolgen europafeindlicher Parteien. Wird es im nächsten Europaparlament mehr europaskeptische Abgeordnete geben, wurde Präsident Tajani gefragt. "Vermutlich, ja", so seine Antwort. "Wir müssen in diesem Jahr hart arbeiten, um einem pro-europäischen Parlament den Weg zu ebnen. Wir brauchen positive Antworten, denn das Problem sind nicht die Parteien selbst sondern die Tatsache, dass die Bürger ihnen ihre Stimme geben."

Laut dem Eurobarometer glauben 56 Prozent der EU-Bürger, dass populistische, euroskeptische Parteien den erforderlichen Wandel herbeiführen können. 53 Prozent erwarten sich von neuen politischen Parteien und Bewegungen bessere Lösungsansätze.

Besonders deutlich wurde diese Einstellung in Italien, wo zwei europafeindliche populistische Parteien vor einer Regierungsbildung stehen. Antonio Tajani ist nicht glücklich über diese Entwicklung in seiner Heimat. "Ich bin nicht zufrieden mit diesem Resultat, aber ich bin der Meinung, dass Europa Italien angesichts der dortigen Migrationskrise nicht dieselbe Solidariät entgegengebracht hat wie anderen Ländern."

Laut dem Eurobarometer ist Einwanderung für Italiener mit Abstand das wichtigste Thema. Für fast ein Viertel der Befragten hat Migration Priorität bei den Europawahlen.