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Erinnern an Solingen vor 25 Jahren mit Überlebender Mevlüde Genc (75)

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Erinnern an Solingen vor 25 Jahren mit Überlebender Mevlüde Genc (75)

Erinnern an Solingen vor 25 Jahren mit Überlebender Mevlüde Genc (75)
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REUTERS/Thilo Schmuelgen
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In Düsseldorf haben die deutsche Kanzlerin und der türkische Außenminister zusammen mit der Überlebenden Mevlüde Genc an den rassistischen Brandanschlag von Solingen vor 25 Jahren erinnert. Es war einer der schlimmsten fremdenfeindlichen Verbrechen in der deutschen Geschichte. Mevlüt Cavusoglu dankte Angela Merkel für ihre Anwesenheit.

Der türkische Außenminister sagte: "Es ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Rassismus. Wir als türkische Nation wollen alles tun, um beim Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu helfen.

In ihrer Rede warnte Merkel auch vor Tabubrüchen von Rechtspopulisten, die zu Gewalt führten. Sie sagte: "Rechtsextremismus gehört keineswegs der Vergangenheit an. Auch heute werden Menschen in unserem Land angefeindet und angegriffen, weil sie Asylbewerber oder Flüchtlinge sind oder weil sie wegen ihres Aussehens oder ihrer Hautfarbe dafür gehalten werden - egal wie lange sie schon bei uns leben. Solche Gewalttaten sind beschämend. Sie sind eine Schande für unser Land. Und damit dürfen und werden wir uns nicht abfinden."

Viele Vertreter der Türken in Deutschland wiesen darauf hin, dass rassistische Anfeindungen weiterhin zu ihrem Alltag gehören.

Bei dem Anschlag von Solingen 1993 wurden zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte von Mevlüde Genc getötet. Die 75-Jährige und ihr Mann Durmus stehen seit Jahren für die Botschaft: "Dem Hass muss Einhalt geboten werden." Bei der Gedenkveranstaltung sagte Mevlüde Genc: Lasst uns zum Guten nach vorne schauen. Ich bin in der Türkei geboren und in Deutschland satt geworden." Die einzigen, die sie hasse, das seien die vier Personen, die ihr Haus zu einem Grab machten. Vier rechtsradikale Männer waren 1995 für den Brandanschlag verurteilt worden, sie sind inzwischen wieder frei.

Auf Twitter erinnern einige auch an die politische Situation vor 25 Jahren.