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Europa in Sorge um Italien

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Europa in Sorge um Italien

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REUTERS/Tony Gentile
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Die italienische Krise hat auch im Europaparlament für heftige Debatten gesorgt.

Der Vorsitzende der sozialdemoratischen Fraktion, Udo Bullmann, verteidigte das Vorgehen des italienischen Staatspräsidenten ausdrücklich, der mit seinem Veto zu dem von den Rechtspopulisten vorgeschlagenen Euro-Gegner als Finanzminister die Regierungsbildung blockierte.

Auf einer Pressekonferenz in Straßburg erklärte Bullmann am Dienstag:

"Präsident Matarella hat das gut gemacht, er hat die italienische Gesellschaft, die italienische Wirtschaft und die Zukunft Italiens in Europa verteidigt. "

Nach dem Scheitern der rechtspopulistischen Regierungsbildung hat der italienische Präsident den Ökonom Carlo Cottarelli mit der Bildung einer Übergangsregierung beauftragt.

Die Märkte zeigten sich dennoch äußerst nervös, Aktienindices und Eurokurs sackten ab.

Unsere Expertin, Cinzia Alcidi von der Brüsseler Denkfabrik CEPS, erläutert:

"Die Krise in Italien wird sich nicht allein mit einer Schuldenumstrukturierung und den entsprechenden Verlusten für den italienischen Steuerzahler lösen lassen. Deshalb bedeutet diese Krise eine so tiefgreifende Gefahr für das Projekt Europa und für den Euro. Italien ist Gründungsmitglied, die drittgrößte Wirtschaft der EU und für 20% des EU-Bruttosozialprodukts verantwortlich."

Viele Europarlamentarier bekräftigten denn auch ihre Forderung nach einer Reform der Eurozone, um eine Finanzkrise wie vor zehn Jahren abzuwenden. So auch der Vorsitzende der Liberalenfraktion, Guy Verhofstadt, unter anderem via Twitter.

Auch wenn die von vielen, nicht zuletzt vom französischen Präsidenten, eingeforderten Reformen Italien nicht unmittelbar aus der Krise helfen werden, so würden sie doch ein wichtiges positives Signal an die Märkte senden, so unsere Expertin.

Übergangsregierungschef Cottarelli wird jedenfalls beim EU-Gipfel Ende Juni Italien vertreten, wenn über drei für das Land entscheidende Themen verhandelt werden wird: die Reform der Eurozone, die Reform der Asylpoltik und die Bankenunion.