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Kindern aus Syrien ein normales Leben ermöglichen

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“Mehr als zwei Millionen syrische Kinder gehen nicht zur Schule, darunter viele Flüchtlingskinder wie hier in der Türkei. Eine verlorene Generation in diesem endlosen Krieg?”

Die Türkei ist das Land mit der höchsten Flüchtlingsbevölkerung: fast vier Millionen Menschen, von denen 95 Prozent aus Syrien geflohen sind.

Darunter sind wiederum 1,7 Millionen Kinder. Nur fast jedes zweite von ihnen geht zur Schule.

Die möglichen Folgen: Kinderarbeit, eine frühe Hochzeit und emtionaler Stress.

In Istanbul treffen wir Abdul-Kadir und Zaynab Alrifai, die vor vier Jahren aus Syrien gekommen sind.

Ihre fünf Kinder gehen in eine Übergangsschule, in der sie von syrischen Lehrern unterrichtet werden, aber auch die türkische Sprache lernen.

Abdul-Kadir Alrifai: “Das Leben hat uns gelehrt, dass wir Schwierigkeiten nur mit Wissen bewältigen. Deshalb müssen wir unsere Kinder in die Schule schicken.

Wir brauchen eine Generation, die unser Land wieder aufbaut. Das wird nur mit Wissen geschehen.”

Diese Kinder nehmen mit 300.000 anderen Kids an einem Bildungsprogramm teil, das von internationalen Geldgebern finanziert und in Partnerschaft mit dem Roten Halbmond in der Türkei und dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF betrieben wird.

Doch für 2018 fehlt noch etwa ein Drittel des Jahresbudgets.

“Wir müssen dieses Programm weiterführen, denn nur so können wir diese Kinder beschützen”, sagt Philippe Duamelle von UNICEF.

“Wir müssen ihnen weiterhin Zugang zu Bildung verschaffen, damit sie eines Tages eine bessere Zukunft habe,”

Zusätzlich zum Unterricht besuchen Sozialarbeiter und Dolmetscher die Familien regelmäßig und helfen bei der psychologischen Betreuung.

Die EU unterstützt dieses Programm mit 34 Millionen Euro.

Trotz Sorgen über die Bedrohung der Rechtstaatlichkeit in der Türkei will die EU an dem Programm festhalten – auch, um dadurch den Zuzug von Flüchtlingen zu stoppen.

“Wir sind jetzt in der Phase, in der wir zunächst drei, insgesamt sechs Milliarden Euro im Rahmen des Flüchtlingsabkommens zwischen der EU und der Türkei auszahlen wollen”, erklärt Christian Berger, der EU-Botschaft in der Türkei.

“Zudem unterstützen wir ein freiwilliges Umsiedlungsprogramm, an dessen Strukturen wir derzeit arbeiten.”

Die Regierung in Ankara hat versprochen, größere Integrationsanstrengungen zu unternehmen. Ziel ist es, diesen syrischen Kinder ein normales Leben in einer neuen Heimat zu ermöglichen.