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Polizei schießt auf Flüchtlingsbus: Zwei 12-Jährige im Gesicht verletzt

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Polizei schießt auf Flüchtlingsbus: Zwei 12-Jährige im Gesicht verletzt

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In Srb an der Grenze zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina haben Polizisten auf einen Kleinbus mit Flüchtlingen geschossen und dabei zwei 12 Jahre alte Flüchtlinge verletzt.

Zuvor hatte die Polizei versucht, den Minibus mit österreichischen Nummernschildern zu stoppen. Als der Fahrer eine Straßensperre durchbrechen wollte und offenbar auch direkt auf die Sicherheitskräfte zusteuerte, schossen die Polizisten auf das Fahrzeug. Von dem Vorfall berichten kroatische Medien und die Nachrichtenagentur AFP.

Die beiden verletzten Zwölfjährigen aus dem Irak und aus Afghanistan wurden schwer verletzt in ein Krankenhaus in Zadar gebracht. An Bord des Kleinbusses befanden sich insgesamt 29 Menschen - darunter 15 Kinder.

Ein Arzt im Krankenhaus in Zadar erklärt: "Wir haben zwei Patienten aufgenommen: Einen Zwölfjährigen mit einer Schusswunde im Gesicht, der sofort behandelt wurde, er ist auf der Intensivstation, aber nicht in Lebensgefahr. Das zwölfjährige Mädchen wurde ebenfalls von einem Schuss im Gesicht getroffen.

Die kroatische Polizei verteidigt die Schüsse. Polizeisprecher Elis Zodan erklärte auf einer Pressekonferenz: "Der Kleinbus ist direkt auf die Polizeibeamten zugerast. Sie waren genötigt, sich durch Schüsse zu wehren."

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Kroatiens Regierungschef Andrej Plenkovic erklärte, dass es ihm sehr leid tute, dass Kinder verletzt wurden.

Die Länder der Balkanroute - Kroatien, Ungarn, Bulgarien und Serbien - werden häufig für ihren Umgang mit den Flüchtigen kritisiert.

Die Hilfsorganisation "Médecins sans frontrères" ("Ärzte ohne Grenzen") hatte im vergangenen Oktober beklagt: "Die Gewalt gegen Kinder und junge Leute, die versuchen, Serbien zu verlassen, ist permanent. Sie wird meist von Grenzpolizisten an den Außengrenzen der EU ausgeübt."

Nachdem hunderttausende Flüchtltinge und Migranten 2015 über die sogenannte Balkanroute in die EU gekommen waren, hat die Europäische Union seit März 2016 diesen Weg für Flüchtende abgeriegelt. Dennoch versuchen weiterhin Hunderte illegal in die EU zu gelangen.

Die Schüsse auf den Minibus in Kroatien erinnern an den Tod des kurdischen Flüchtlingsmädchens Mawda auf der Autobahn bei Mons in Belgien.