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Französische Alpen: Bedenken im Umgang mit Flüchtlingen

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Französische Alpen: Bedenken im Umgang mit Flüchtlingen

Französische Alpen: Bedenken im Umgang mit Flüchtlingen
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An der französisch-italienischen Grenze ist die Stimmung angespannt. Seit Monaten äußern Einwohner der Region Briançon ihre Bedenken im Umgang der Behörden mit Flüchtlingen. Bei einer Protestkundgebung vor dem Gebäude der Grenzpolizei sagt dieser Aktivist, dass man nicht wolle, dass die Überquerung der Grenze in den Alpen zu einem neuen, tödlichen Hindernis für Migranten werde. Hintergrund war die ungeklärte Todesursache einer Nigerianerin, die tot in einem Fluss der Region angespült wurde.

Eine Hilfsorganisation behauptet, dass ihr Tod die Folge einer Verfolgungsjagd mit der Polizei in den Bergen war. Mehr als 3000 Flüchtlinge haben in den vergangenen zwei Jahren unter widrigen Umständen die Grenze in den Bergen überquert, um in Frankreich Schutz zu suchen.

Rechtsextreme haben Grenze in den Bergen abgeriegelt

Die rechtsextreme "Identitäre Bewegung" nutzte diese Tatsache, um im April symbolisch eine Barriere gegen Migranten in den Alpen zu errichten. Einige ihrer Aktivisten sind in den Bergen geblieben, um die Polizei zu unterstützen.

Valérie Gauriat, Reporterin von Euronews fragt nach: "Fühlen Sie sich berechtigt, all diese Menschen, die hier über die Grenze wollen, aufzuhalten? Auch nachdem sie einen langen Weg hinter sich haben und alles mögliche erdulden mussten?"

"Ja, natürlich. Wir sind wachsame Bürger und wollen unsere Bevölkerung-, die Europäer, schützen. Und wenn der Staat beschlossen hat, seine Bürger im Stich zu lassen, sind wir da. Für die Europäer und die Verteidigung unserer Identität", sagt Aymeric Courtet, ein Sprecher der Identitären.

Unterstützung in der Bevölkerung

Viele Anwohner der Region sehen das anders, und organisieren Unterstützung. Ein Beispiel ist das Solidaritätsnetzwerk in Briançon, das Flüchtlingen nach ihrer Ankunft bei der Erstaufnahme hilft. Viele von den Neuankömmlingen haben schon mehrmals versucht, nach Frankreich zu kommen. Das Solidaritätsnetzwerk bemängelt die fehlenden Erstaufnahmezentren in Frankreich und gibt französischen Behörden die Schuld:

Joël Pruvot ist Sprecher der Notunterkunft "Refuge Solidaire", er sagt: "Rechtlich sollte es ihnen erlaubt sein einzureisen. Dann sollten sie ihr Asylgesuch stellen können, die Bearbeitung dauert etwas. Der Antrag wird dann entweder akzeptiert oder abgelehnt. Aber die Polizei hat kein Recht zu beurteilen, ob ein Asylgesuch legitim ist."

Auf der Liste der europäischen Länder, die Asylbewerber aufnehmen, stand Frankreich an 12. Stelle.

Dazu mehr - heute Abend bei Insiders, auf euronews.