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Ukraine: Verhaftung im inszenierten "Mordfall" Babtschenko

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Ukraine: Verhaftung im inszenierten "Mordfall" Babtschenko

Ukraine: Verhaftung im inszenierten "Mordfall" Babtschenko
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Ein ukrainisches Gericht hat nach Medienberichten („BBC“) einen Geschäftsmann für zwei Monate in Untersuchungshaft genommen, weil er einen Mord an dem russischen regimekritischen Journalisten Arkadi Babtschenko in Kiew geplant haben soll. Borys H. soll 15.000 US-Dollar für einen Auftragsmord an einen Mann gezahlt haben.

Der U-Häftling sagte, er habe nicht die Absicht gehabt, den Reporter umbringen zu lassen und vielmehr mit dem SBU-Inlandsgeheimdienst (Sluschba bespeky Ukrajiny) zusammengearbeitet. Er sei von jemandem kontaktiert worden, der mit dem Kreml in Verbindung stehe und plane, Babtschenko zu töten. Er habe er diese Informationen an die ukrainischen Behörden weitergegeben und arbeitete mit ihnen bei Geheimdienstoperationen zusammen.

"Das letzte, woran ich gedacht habe, waren journalistische Standards, um ehrlich zu sein

Arkadi Babtschenko russischer Journalist

Die SBU hatte Babtschenkos Tod vorgetäuscht, nach eigener Aussage, um einen russischen Anschlag zu verhindern.

Der weiß offenbar selber nicht mehr genau, was an der ganzen Geschichte nun wahr ist.

Arkadi Babtschenko, russischer Journalist:

"Sie fragen mich, ob ich beweisen kann, dass das Ganze eine Provokation ukrainischer Geheimdienste ist. Ich habe diesen Beweis nicht. Sie fragen mich, ob ich beweisen kann, dass es keine Provokation war. Aber ich habe auch dafür keine Beweise, ich weiß es nicht. Ich habe ihnen geglaubt (den Sicherheitsdiensten) und wir haben das Ganze gemacht. Ich hatte keinen Auftrag, ob Sie das nun glauben oder nicht. Meine Aufgabe war es, am Leben zu bleiben und meine Familie abzusichern. Das ist das Einzige, die Priorität, an die ich gedacht habe. Das letzte, woran ich gedacht habe, waren journalistische Standards, um ehrlich zu sein."

Der angeblich erschossene Journalist Babtschenko war tags darauf überraschend und unversehrt bei einer Pressekonferenz des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes wieder aufgetaucht. Der fingierte Anschlag sei ein Spezialeinsatz gewesen, um Aktivitäten russischer Geheimdienste aufzudecken, hieß es.

su mit dpa