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Unruhen in Nicaragua

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Mindestens 2 Tote gab es bei gewalttätigen Auseinandersetzungen in Nicaragua. In den Straßen von Masaya trafen Demonstranten und Polizei aufeinander. Gewalt und soziale Unruhen beherrschen das mittelamerikanische Land: Mehr als 110 Menschen sind seit Mitte April bei Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern von Präsident Daniel Ortega getötet worden.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation ANPDH starben zwei Menschen bei nächtlichen Unruhen in der Stadt Masaya rund 25 Kilometer östlich von Managua. Ein bereits wehrloser Mann sei von einer Polizistin regelrecht hingerichtet worden, klagte ANPDH-Leiter Álvaro Leiva. «Sie schoss zwei Mal aus nächster Nähe», sagte er.

Kriminelle Banden nutzen das Vakuum, in mehreren Städten haben sich bereits Nachbarschaftswehren gegründet, die teils die Straßen verbarrikadieren. Vielerorts wurden nächtliche Plünderungen und Übergriffe gegen Demonstranten gemeldet. Unter den Todesopfern war ein US-Bürger. Nach örtlichen Medienberichten lebte der 48-Jährige als Besitzer eine Bar in Managua und wurde in der Nacht von Kriminellen ermordet.

Ortega regiert seit 2007, seine Frau ist Vizepräsidentin. Ihm wird ein autoritärer Regierungsstil vorgeworfen. Die Proteste hatten sich Mitte April ursprünglich an einer geplanten Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge entzündet. Aktivisten machen nun die Sicherheitskräfte und regierungsnahe Schlägertrupps für die anhaltende Gewalt verantwortlich. Ortega weist alle Vorwürfe zurück.

Nicaraguanische Wirtschaftskreise haben vorgeschlagen, die für 2021 angesetzten Präsidentschaftswahlen vorzuziehen.

Der UN-Generalsekretär António Guterres ersuchte Ortega um den Besuch eines Vertreters des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte, teilte ein UN-Sprecher mit.