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SNCF: Kommt nach 50 Milliarden Euro Schulden die Reform?

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SNCF: Kommt nach 50 Milliarden Euro Schulden die Reform?

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Der französische Senat entscheidet an diesem Dienstag über eine Reform der Eisenbahngesellschaft SNCF. Der Staatsbetrieb ist für viele Franzosen eine heilige Kuh mit Privilegien für die Angestellten, während die Regierung die SNCF aus den roten Zahlen holen möchte. Das Unternehmen hat rund 50 Milliarden Euro Schulden.

Die Angestellten fürchten um ihre Arbeitsplätze, die Gewerkschaften sträuben sich unter anderem gegen die Abschaffung der beamtenähnlichen Stellung der Eisenbahner und das Ende der Rente mit 54 für Lokführer. Seit Anfang April wird regelmäßig gestreikt, was chaotische Zustände im Berufs- und Reiseverkehr zur Folge hat. Bei Protestkundgebungen hatten sich teils auch andere Berufsgruppen den SNCF-Mitarbeitern angeschlossen.

Jean-Baptiste Djebbari, Abgeordneter der Regierungspartei En Marche in der Nationalversammlung und Mitautor der Reform, sagt:

„Die Reform wird auf politischer Ebene bis Mitte Juni durchkommen. Sie wird zum Wohle einer Verbesserung und einer Modernisierung des Schienennetzes umgesetzt werden. Aber die Reform geht weiter. Es wird mit allen Gewerkschaften Verhandlungen über ein gemeinsames Abkommen geben. Von da an haben sie zwei Jahre um dieses Abkommen umzusetzen, das zu einem Schutzmechanismus für die Angestellten im Bahnwesen werden soll. Auch wenn die Reform auf gesetzlicher Ebene bald beendet ist, wird sie mit Gesprächen, die alle Gewerkschaften und Angestellten betreffen, weitergehen“, so Djebbari.

euronews-Reporterin Anelise Borges kommentiert: „Die Eisenbahnreform ist eine der größten Schlachten, die die französische Regierung bisher schlagen musste. Viele Regierungen haben sich vorher daran versucht und gaben auf. Jetzt lautet die Frage, ob Präsident Emmanuel Macron derjenige wird, der diese Arbeit abschließt.“

"Gewinnt am Ende ER?", fragt die linksliberale Zeitung LIBERATION.