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"Miss America"-Wahl ohne Binkiniparade: Ende der Fleischbeschau

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"Miss America"-Wahl ohne Binkiniparade: Ende der Fleischbeschau

"Miss America"-Wahl ohne Binkiniparade: Ende der Fleischbeschau
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Die #MeToo–Bewegung ist beim Schönheitswettbewerb "Miss America" angekommen: Bei der nächsten Wahl sollen die Kandidatinnen etwas anziehen, in dem sie sich wohl fühlen und das ihren persönlichen Stil ausdrückt. Das haben die Veranstalter jetzt angekündigt. Die traditionelle Bikini-Parade hat ausgedient, sogar die Web-Auftritte werden neu gestaltet.

Die neue Vorsitzende der "Miss America"-Organisation, Gretchen Carlson, die den Wettbewerb 1989 selbst gewonnen hatte, will anstatt dessen ein interaktives Gespräch mit den Juroren. Schließlich solle es um die Persönlichkeit der jungen Frauen gehen.

Regina Hopper, Präsidentin der "Miss America"- Organisation:

"Wir machen das wegen der jungen Frauen, die in einem kulturellen Umfeld aufwachsen, in dem sie sagen, 'ich möchte aber auch in der Lage sein, meine Meinung zu sagen. Ich möchte auch beurteilt werden, wenn überhaupt, aufgrund meines Intellekts, meiner Fähigkeiten, meiner Träume und Ziele.' 'Ist das die #MeToo-Bewegung?‘ Fragen die Leute - teilweise, aber es ist mehr die kulturelle Atmosphäre, die jetzt zählt. Und als Organisation wollen wir wirklich, dass das eine Plattform ist, auf der junge Frauen sich selbst aufbauen können."

Im Dezember war der Chef der Miss-America-Organization, Sam Haskell, nach einem Skandal über beleidigende E-Mails vom Dienst suspendiert worden. Er hatte sich unter anderem abfällig über Aussehen, Körpergewicht und Sex-Leben ehemaliger Schönheitsköniginnen geäußert. Dutzende frühere Schönheitsköniginnen forderten Haskells Rücktritt. Darunter war auch Gretchen Carlson, die den mittlerweile verstorbenen Chef des Nachrichtensenders Fox News, Roger Ailes, wegen sexueller Belästigung verklagt hatte.

Außer „Miss America“ mit Sitz in Atlantic City im Staat New Jersey gibt es noch die Wettbewerbe „Miss USA“ und „Miss Teen USA“.

GRETCHEN CARLSON

US-amerikanische Fernsehmoderatorin und ehemalige Miss America fing im Jahr 2000 beim Fernsehsender CBS News als Korrespondentin an. Im September 2013 entzog man ihr überraschend die Moderation der Sendung Fox & Friends, am 23. Juni 2016 trennte sich Fox News endgültig von Carlson. Am 6. September 2016 wurde bekannt, dass Fox News einen Vergleich mit Gretchen Carlson über 20 Millionen Dollar (17 Millionen Euro) einging, weil sie von Roger Ailes gefeuert wurde, nachdem sie seine sexuellen Avancen abgelehnt hatte.

su