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Alternative Migrantenroute: Über den Balkan in die EU

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Alternative Migrantenroute: Über den Balkan in die EU

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Reuters
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Um in die Europäische Union zu gelangen, wird eine alternative Route über den Balkan immer beliebter.

Von Griechenland führt sie über Albanien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina bis nach Kroatien, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) herausfand.

Bosnien-Herzegowina, Albanien und Montenegro registrierten in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 6.700 neue illegale Migranten, mehr als doppelt so viele wie im gesamten vergangenen Jahr.

Die Mehrheit der Ankömmlinge gab es in Bosnien-Herzegowina. Hunderte Menschen haben dort in den Parks der Hauptstadt Sarajewo geschlafen.

Mehr als 4.000 Menschen - von denen etwa ein Fünftel angibt, aus Syrien zu kommen - sind laut IOM in diesem Jahr im Land aufgetaucht, gegenüber 755 im letzten Jahr.

Der Pfeil zeigt die alternative Route, die von Migranten, die die EU erreichen wollen, in großer Zahl eingeschlagen wird. Die Länder in Grau - EJR Mazedonien, Serbien und Ungarn - waren die Länder der beliebtesten Route bevor sie im Jahr 2015 geschlossen wurde.

Zu den anderen Herkunftsstaaten gehören der Irak, die Türkei, Algerien und Afghanistan.

Mehr als eine Million Migranten kamen 2015 nach Europa. Die so genannte Balkanroute nach Westeuropa über die Türkei, Griechenland, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien und Serbien wurde im Jahr 2016 geschlossen.

Damals erklärte sich die Türkei bereit, den Migrantenstrom im Gegenzug für EU-Hilfe und ein Versprechen auf visafreies Reisen für ihre eigenen Bürger abzuhalten.

Doch seit Herbst haben Schmuggler nach strengeren Grenzkontrollen zwischen Serbien, Ungarn und Kroatien eine neue Route von Griechenland über Albanien, Montenegro und Bosnien-Herzegowina nach Kroatien und Westeuropa geschaffen.

Migranten, die seit 2016 in Serbien gestrandet sind, reisen zunehmend auch nach Bosnien-Herzegowina. Viele Iraner nutzen nach Angaben den IOM auch das im letzten Jahr eingeführte visafreie Reisen zwischen Serbien und dem Iran.