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EU-Bericht: Drogenkonsum in Europa steigt weiter an

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EU-Bericht: Drogenkonsum in Europa steigt weiter an

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Im Auffangzentrum für Drogensüchtige TRANSIT in Brüssel weiß man, was der nun vorgelegte Jahresbericht 2018 der Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht in Lissabon schwarz auf weiß belegt:

Der Drogenkonsum in Europa nimmt weiter zu, und insbesondere Kokain verzeichnet einen markanten Anstieg.

Im TRANSIT Zentrum treffen wir auf Suleiman. Er kam nach einem Arbeitsunfall vor zehn Jahren mit der Droge in Kontakt:

"Kokain ist schwierig, es ist so schwer damit aufzuhören. Es hat mich zerstört, und tut dies bis heute. Ich habe all mein Geld an das Kokain verloren."

In diesem Zentrum finden Drogensüchtige kurzfristig Schutz, bekommen zu essen, und können manchmal sogar übernachten, es gibt 22 Betten hier.

Junkies können hier saubere Spritzen bekommen.

Bruno Valkeneers ist bei TRANSIT für die Kommunikation zuständig:

"In jüngster Zeit haben wir einen Anteil von 41% derjenigen die zu uns kommen, die angeben, ausschließlich Kokain oder Crack zu benutzen. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber vor zwei, drei Jahren."

Der Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle beziffert die Anzahl der Kokainkonsumenten im Alter zwischen 15 und 34 Jahren auf 2,3 Millionen.

Nach wie vor die populärste Droge in dieser Altersgruppe ist jedoch Cannabis (17,2 Millionen).

Eine andere Zahl alarmiert die Drogenexperten allerdings noch mehr: 51 neue, synthetische Drogen wurden im vergangenen Jahr auf dem Markt entdeckt.

Und sie warnen davor, dass eine der gefährlichsten Drogen überhaupt, das Opioid Fentanyl, das in den USA so verheerebde Wirkung zeitigt, sich auch hier verbreitet.

Sébastien Alexandre ist Direktor der Drogenberatungsstelle FEDITO BXL in Brüssel:

"Hier liegt das eigentliche Problem der Straßendrogen: man weiß nie genau, was man da zu sich nimmt. Und bei Fentanyl ist die Gefahr einer tödlichen Überdosis sehr groß. ¨

Die Zahl der Todesopfer durch Überdosierung ist denn auch seit fünf Jahren ansteigend in Europa. 2017 waren es 9.000. Die Experten warnen vor einer Krise amerikanischen Ausmaßes, wenn nichts unternommen wird.