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Aus-animiert: Disneys Kreativchef tritt wegen #MeToo zurück

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Aus-animiert: Disneys Kreativchef tritt wegen #MeToo zurück

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Der Animationschef von Walt Disney und Mitbegründer des Filmstudios Pixar, John Lasseter, wird das Unternehmen zum Ende des Jahres wegen Belästigungsvorwürfen verlassen. Das gab Disney bekannt. Lasseter ist Regisseur von Filmen wie Toy Story, Das Große Krabbeln und Toy Story 2, mit denen er die Animationsbranche revolutionierte.

Die Vorwürfe gegen ihn waren seit November 2017 im Zuge der #MeToo-Debatte öffentlich. In Medien („Hollywood Reporter“, „NYT“) hatten sich Angehörige der Animationsbranche und Mitarbeiter von Pixar anonym geäußert und gesagt, der 61-Jährige würde am Arbeitsplatz "grabschen, küssen und körperliche Attribute kommentieren". In der Pixar-Kultur hätten „Frauen und farbige Menschen nicht die gleiche kreative Stimme“.

"FEHLTRITTE UND SCHMERZHAFTE UNTERHALTUNGEN"

Schon vorher war Lasseter dafür bekannt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lang zu umarmen. Lasseter hatte damals "Fehltritte"

und "schmerzhafte" Unterhaltungen eingestanden und all die um Entschuldigung gebeten, die jemals mit einer "unerwünschten Umarmung" oder etwas Ähnlichem von ihm bedacht worden seien.

Außerdem hatte er sechs Monate Auszeit genommen. Anschließend hat er nun angekündigt, die Firma bis zum Ende des Jahres ganz zu verlassen. Bis dahin wird er die Firma beraten, allerdings kein Büro mehr dort haben.

Es sei der richtige Zeitpunkt, sich «neuen kreativen Herausforderungen» zu stellen, zitierte das Branchenblatt «Hollywood Reporter» aus Lasseters Mitteilung.

Disney-Chef Bob Iger würdigte Lasseters «außergewöhnliche» Arbeit für Pixar und Disney. Er habe das Zeichentrickgeschäft neu erfunden.

Lasseter führte bei «Toy Story» (1995) Regie, dem ersten komplett am Computer gemachten Spielfilm. Er gewann unter anderem einen Extra-Oscar (1989) für Entwicklung und Anwendung innovativer Technik. Zuletzt war er ausführender Produzent des Films «Incredibles 2», der kommende Woche in den US-Kinos anläuft.

su mit dpa