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"Italien kann das nicht alles allein stemmen"

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Seit zweieinhalb Jahren ist SOS Méditerranée im Mittelmeer unterwegs, um Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten. Normalerweise arbeitet die NGO mit den Behörden zusammen. Wenn diese eine Aufnahme der Flüchtlinge ablehnen, sind den Helfern die Hände gebunden.

Jana Ciernioch von SOS Méditerranée:

"Was wir machen können, ist von Bord zu berichten, auf die Lage aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass es eine unakzeptable, unhaltbare Situation ist. Wir müssen betonen, dass die europäische Politik nicht auf dem Rücken von Schutzsuchenden und humanitären Organisationen ausgetragen werden darf."

Kritik an Hilfseinsätzen

Humanitären Organisationen wird oft vorgeworfen, durch ihre Rettungen den Schleppern in die Hände zu spielen.

Jana Ciernioch, SOS Méditerranée:

"Die Menschen würden sterben, wenn wir nicht da sind. Und es ist ganz klar: Wenn weniger Schiffe im Einsatz sind, dann kommen nicht weniger Flüchtlinge, sondern es sterben mehr Menschen."

Appell an Brüssel

Spanien hat sich dieses Mal bereit erklärt, die mehr als 600 Flüchtlinge auf der "Aquarius" an Land zu lassen. Doch Flüchtlingshilfe muss weitergehen, fordern viele humanitäre Organsationen.

Jana Ciernioch von SOS Méditerranée:

"Wir brauchen ein staatliches Seenotsrettungsprogramm. Wir brauchen ausreichend Rettungskapazitäten im Mittelmeer, sodass die Menschen nicht ertrinken müssen. Und wir brauchen eine klare Koordination der Rettungseinsätze.

Es kann keine Lösung sein, dass alle Flüchtlinge nach Italien kommen. Es muss ein Zusammenstehen der europäischen Mitgliedsstaaten geben. Das sehen wir bisher nicht. Wir müssen immer wieder darauf hinweisen, dass Italien das nicht allein stemmen kann."