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Euphorie und Skepsis: So reagiert die Welt auf den Trump-Kim-Gipfel

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Euphorie und Skepsis: So reagiert die Welt auf den Trump-Kim-Gipfel

Euphorie und Skepsis: So reagiert die Welt auf den Trump-Kim-Gipfel
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War das der große Durchbruch? Kim Jong Un und Donald Trump haben eine Denuklearisierung vereinbart. Doch wichtige Fragen bleiben nach Ansicht von Kritikern offen.

Nach dem Singapur-Gipfel werten beide Seiten das Erreichte als Erfolg. US-Präsident Donald Trump spricht von einem „großen Schritt weg von der nuklearen Katastrophe“, Pjöngjang vom „Treffen des Jahrhunderts.“ Die Vereinbarung stößt auch international auf positives Echo.

Menschenrechtler werfen dem US-Präsidenten dagegen vor, die katastrophale Menschenrechtslage in Nordkorea zu ignorieren. Kritisiert wird auch, dass die Singapur-Vereinbarung wenig Konkretes und keinen Zeitplan enthält.

Politikwissenschaftler Peter Brookes sagt: „Das ist ein guter Start, aber es liegen ein langer Weg und viel Arbeit vor uns. Das ist nur der Beginn der Verhandlungen. Es müssen viele komplexe und schwierige Probleme zwischen den USA und Nordkorea gelöst werden. Auch viele andere wichtige Mächte werden in diesen Prozess verwickelt sein.“

„Wir werden die Kriegsspiele beenden“

Nordkorea hat zugesagt, sämtliche Atomwaffen zu zerstören und keine neuen mehr zu bauen. Trump verspricht im Gegenzug umfassende Sicherheitsgarantien – und: „Wir werden die Kriegsspiele in Südkorea beenden und dadurch eine große Menge Geld sparen. Es sei denn, die Verhandlungen laufen nicht so, wie es sein sollte. Diese Militärmanöver sind für Pjöngjang eine große Provokation.“

Das US-Verteidigungsministerium äußerte sich noch nicht zur Zukunft gemeinsamer Manöver der USA mit Südkorea. Berichten zufolge wurden Verbündete von Trumps Ansage ebenso überrascht wie das Pentagon. Auch Japan betrachtet die Ankündigung mit Sorge. Die US-Militärmanöver mit Südkorea seien ein wichtiger Garant für die Sicherheit Ostasiens, hieß es aus Tokio.

Forderung nach konkretem Fahrplan

Der historische Handschlag von Singapur weckt also geteilte Reaktionen. Nach dem feierlichen Startschuss müsse das Ringen um Details so schnell wie möglich beginnen, so die allgemeine Forderung. Damit Trumps und Kims Vereinbarung keine vage Absichtserklärung bleibt – wie sie in der Vergangenheit bislang alle gescheitert sind.