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Mordfall Susanna: diplomatische Verstimmung zwischen Deutschland und dem Irak

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Mordfall Susanna: diplomatische Verstimmung zwischen Deutschland und dem Irak

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Die Rückführung des Mordverdächtigen im Fall Susanna F. führt zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Deutschland und dem Irak. Der junge Mann war am Samstag von der kurdischen Regionalverwaltung im Nordirak nach Deutschland zurückgeschickt worden – zu unrecht, wie die irakische Regierung in Bagdad reklamiert. Dem Außenministerium zufolge kann die kurdische Regionalregierung im Nordirak eine solche Entscheidung nicht eigenständig treffen.

Noch kurz zuvor hatte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel beim G7-Gipfel in Kanada die Zusammenarbeit mit den kurdischen Behörden im Fall Susanna F. gelobt. Auch von einem Fehler der deutschen Behörden geht man bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Wiesbaden nicht aus.

Das Bundesinnenministerium widersprach unterdessen der Einschätzung, es habe sich um einen rechtlich problematischen Auslandseinsatz der Bundespolizei gehandelt. Die deutschen Beamten seien lediglich an Bord der Linienmaschine gewesen, um dort die Luftsicherheit zu gewährleisten, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Die 14-jährige Susanna F. war nach derzeitigen Erkenntnissen Ende Mai in Wiesbaden vergewaltigt und getötet worden. Der Verdächtige war kurz darauf in den Nordirak geflohen. Bei den Ermittlungen hatte es mutmaßlich Versäumnisse der Behörden gegeben, so wurde eine Hinweisgeberin erst mit großer Verzögerung befragt. Die Unstimmigkeiten sollen von den Landtagen in Hessen und Rheinland-Pfalz aufgearbeitet werden.

Weitere Informationen

Die Erklärung des irakischen Außenministeriums (Arabisch)