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Verdis "La forza del destino" zieht Zürich in seinen Bann

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Verdis "La forza del destino" zieht Zürich in seinen Bann

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Ein episches Drama über die Macht des Schicksals: Verdi spannt einen großen Bogen mit "La forza del destino" - eines der berühmtesten Meisterwerke des italienischen Komponisten.

Seit der Uraufführung 1862 hat das Stück den Ruf, verflucht zu sein. Das Opernhaus Zürich stellt sich dem mit einer neuen Inszenierung von Andreas Homoki.

Generalmusikdirektor Fabio Luisi führt durch die glühend kraftvolle Partitur: "Man tritt dieser Oper mit Respekt gegenüber, weil es eine wichtige, große und schwere Oper ist. Es ist ja diese "Tinta" (Farbe) der Tragik. Aber es gibt auch groteske Teile und das in Einklang miteinander zu bringen, das ist vielleicht das Schwerste."

Tödliche Familientragödie

Vor dem Hintergrund des Krieges entwickelt sich ein Familienkonflikt mit einem katastrophalen Ende: Die Unausweichlichkeit des Schicksals nimmt ihren Lauf, als Leonoras Geliebter aus Versehen ihren Vater tötet:

"So eine Auseinandersetzung mit Verdi endet immer mit der Erkenntnis, dass Verdi eher an den inneren Prozessen der Figuren interessiert ist und nicht an der Oberfläche der Handlung und so ist das auch hier", erklärt Andreas Homoki. "Das Weltbild sagt uns, dass wir auf uns selbst gestellt sind. Bei uns ist der Raum an sich eigentlich eine Art Labyrinth, oder wie eine Kiste, in der mit den Figuren gespielt wird."

Ausgeklügeltes Bühnenbild

Das abstrakte Bühnenbild ist ausgeklügelt und stellt Verdis zerrissene Figuren in den Mittelpunkt: "Da ist ein Kubus in der Mitte, man kann drum herum, man kann an den Seiten weggehen, aber es führt die Figuren immer wieder zusammen. Eigentlich eine kaleidoskopartige Bühne, das hat so etwas Magisches", meint Andreas Homoki.

Magische Momente

Ein magischer Moment ist Leonoras Arie "Pace, pace mio dio", ein Flehen für Frieden, gefühlvoll interpretiert von der russischen Sopranistin Hibla Gerzmava: "Das ist eine bewegende Arie. Sie zeigt die Seele einer Frau, die sich völlig öffnet. Das sie seit Jahren wartet, macht sie so stark - das spürt man in dieser Arie 'Pace, pace'."

Generalmusikdirektor Fabio Luisi: "Es ist ein sehr starker Schluss, sehr intim. Das macht ihn auch so stark. Das ist ein Terzett der Ruhe und es ist ein Terzett der Hoffnung."

"Das ist ein bejahender Aufbruch ins Jenseits, sie ist bereit dafür. Ich glaube, sie sieht das Paradies vor sich, weil sie wirklich frei ist", meint Hibla Gerzmava.

Die nächsten Aufführungen von Giuseppe Verdis "La forza del destino" am Opernhaus Zürich sind am 17., 20. und 28. Juni.

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