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USA trennen Kinder illegaler Einwanderer von den Eltern

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USA trennen Kinder illegaler Einwanderer von den Eltern

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US-Präsident Donald Trump verteidigt seine Einwanderungspolitik und erklärt, dass die USA kein Flüchtlingslager und auch kein Erholungsheim für Flüchtlinge würde. Was in Europa passiert, solle es in den USA unter ihm nicht geben.

Unterdessen gibt es immer mehr Kritik an der harten Politik des Präsidenten gegenüber illegalen Einwanderen - die sogar Eltern von ihren minderjährigen Kindern trennt.

Kritik kam auch von den Vereinten Nationen, der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric: "Der UNO-Generalsekretär glaubt an den Grundsatz, dass Flüchtlinge und Migranten mit Respekt und Würde sowie in Einklang mit dem Völkerrecht behandelt werden sollten. Kinder sollten nicht traumatisiert werden, indem sie von ihren Eltern getrennt werden. Die Einheit von Familien muss geschützt werden."

Im Casa Padre, einem ehemaligen Einkaufszentrum in Texas, leben fast 1500 Kinder. Die meisten von ihnen wurden allein an der Grenze aufgegriffen- aber ein paar Dutzend sind Kinder, deren Eltern versucht hatten, gemeinsam mit ihnen illegal die Grenze zu überqueren. Sie wurden gegen ihren Willen von den Eltern getrennt.

"Meiner Meinung nach haben sie das nicht durchdacht, sie haben sich nur überlegt, wie man Menschen davon abhält in die USA zu kommen. Ich denke nicht, dass sie darüber nachgedacht haben, wie man sich um die Familien kümmert", erklärt die Anwältin Wendy Young, die Flüchtlingskinder vertritt.

Die Situation ist ein Resultat von Trumps im Frühjahr verkündeter «Null-Toleranz-Politik»: Seitdem werden Menschen, die illegal die Grenze zu den USA überqueren, festgenommen und strafrechtlich verfolgt.

Das aber bedeutet, dass sie in Untersuchungshaft genommen werden müssen. Und da die US-Gesetze es verbieten, Kinder zusammen mit ihren straffälligen Eltern einzusperren, werden die Familien auseinandergerissen: die Väter und Mütter kommen in Haft, die Kinder in Einrichtungen wie die Casa Padre.

Allein in den sechs Wochen zwischen Mitte April und Anfang Mai seien laut US-Behörden auf diese Weise knapp 2000 Minderjährige von ihren Eltern getrennt worden. Wann und wie sie ihre Eltern wiedersehen können, ist völlig unklar.