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Europas modernste Müllverwertungsanlage steht in Slowenien

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Europas modernste Müllverwertungsanlage steht in Slowenien

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Abfallverwertung ist wichtig, um die zunehmende Menge an Deponien und andere Formen der Abfallentsorgung zu reduzieren. Abfall kann in Brennstoff, Kompost und andere Materialien umgewandelt werden. Das trägt dazu bei, Emissionen und Deponienutzung zu reduzieren. Das regionale Abfallwirtschaftszentrum Ljubljana (RCERO Ljubljana) ist das größte Umweltprojekt in Slowenien und die modernste Anlage zur Abfallbehandlung in Europa. Das Zentrum wird mit 77,5 Millionen Euro vom europäischen Kohäsionsfonds unterstützt und ist ein gutes Beispiel für regionale Zusammenarbeit.

Euronews-Reporterin Aurora Velez: "Wie sind Sie auf die Idee für das Projekt gekommen?"

Mitja Praznik, RCERO Ljubljana: "Alles begann im Jahr 2000, als Slowenien der EU beitrat: Damals mussten viele Gesetzesänderungen im Bereich der Abfallwirtschaft verabschiedet werden. Bis dahin wurden die meisten Siedlungsabfälle deponiert. Nach der neuen Gesetzgebung ging das nicht mehr. Wir mussten anfangen, die Abfälle zu recyceln: Zuerst den Müll trennen und dann der stofflichen und energetischen Verwertung zuführen."

Euronews: "Welche Auswirkungen hat das Projekt Ihrer Meinung nach für Slowenien und Europa?"

Mitja Praznik, RCERO Ljubljana: "Slowenien lagerte seine Siedlungsabfälle hauptsächlich auf Deponien. Dabei gingen Werststoffe und Energie verloren. Durch die Einführung der neuen Abfallverwertung hat sich die Recyclingrate deutlich verbessert. Wir konnten einen Teil unseres Brennstoff- und Energiebedarfs mit denen aus Abfall erzeugten Brennstoffen und Energien ersetzen. Und wir haben die Abfallmenge, die auf Deponien entsorgt wir, deutlich reduziert. Von der neuen Anlage gehen nur zwei Prozent des Abfalls dorthin, die anderen 98 Prozent werden recycelt."

Euronews: "Sie haben das Projekt von Anfang an begleitet?"

Mitja Praznik, RCERO Ljubljana: "Ich bin sehr stolz auf dieses Projekt. Ich hatte die Idee vor 20 Jahren. Damals begann ich damit, die Technologie zu erforschen. Ich freue mich, dass wir unsere bisherigen Erfahrungen aus der Deponielagerung, Gasförderung und Verwertung nutzen konnten. All dieses Wissen war der Schlüssel zum Projekt. Es gibt aerobe und anaerobe Verwertung sowie die mechanische Abfallbehandlung: Das sind alles meine Babys! Ich habe alle diese Phasen durchlaufen: Vorbereitung, Vergleich der verschiedenen Technologien und schließlich die Finanzierung durch die Europäische Kommission, denn das Projekt war nicht billig! Bis das Projekt betriebsbereit war, dauerte es etwa dreieinhalb Jahre. Ich bin froh, dass wir diese Zeit hatten, denn so ein großes Projekt entsteht nicht über Nacht."