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An der Grenze: Hoffnung, Mut und Verzweiflung

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An der Grenze: Hoffnung, Mut und Verzweiflung

An der Grenze: Hoffnung, Mut und Verzweiflung
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Mehr als ein Jahr brauchten Epigmenio, seine Frau und seine beiden Söhne für die Reise von San Salvador nach Mexiko, sie haben alles zurückgelassen. In ihrem Heimatort bekämpfen sich zwei der gefährlichsten Banden Südamerikas, sie sind zwischen die Fronten geraten. Seit die USA ihre Null Toleranz Politik gegen die Migranten umsetzen, ist er nicht mehr sicher, ob seine Entscheidung die richtige war.

"Du gehst, willst die Vereinigten Staaten, wo du und deine Kinder ein besseres Leben führen können. Aber so wie es jetzt aussieht, ist es schwierig, wenn du erwischt wirst, nehmen sie dir deine Kinder weg."

Epigmenio will erst einmal in Mexiko bleiben und versuchen, hier einen Job zu finden, um vielleicht später über die Grenze zu gehen. Viele Migranten aus ganz Mittelamerika sammeln sich zur Zeit an der Grenze, unentschieden, ob sie den Übertritt wagen sollen. Karla Sanchez ist verzweifelt, versteht Amerika nicht mehr:

"Es war viel gefährlicher, da wo ich gelebt habe, verglichen mit dem, was mir hier passieren könnte. Sie können mich doch nicht einfach einsperren oder mein Kind wegnehmen.. Warum sollte man so etwas tun? Es gibt doch keinen vernünftigen Grund…"

Die Verunsicherung bei Alexis ist groß, aber größer ist die Angst, von der mexikanischen Regierung in ihre Heimatländer oder Dörfer zurück geschickt zu werden.

"Ganz ehrlich, ich habe Angst. Ich bin mit meiner Familie hier, um zu sehen wie es weiter geht. Egal, wir werden es wohl versuchen"

Die Abschreckungspolitik der USA zeigt Wirkung, und sie verschärft das Problem in Mexiko: die Zahl der Asylanträge in Mexiko hat sich in vier Jahren verelffacht. Aber wer in Armut und Gefahr lebt, folgt dem goldenen Versprechen von Sicherheit, Wohlstand und einer besseren Zukunft, welche Risiken der Weg auch immer bereit halten mag